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Kanzlei Dr. Krenz

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Zahlen lügen nicht

»Die Welt« - Leserfrage

Eigentlich lief das Arbeitsverhältnis gut an. Die Firma verpflichtete einen aufstrebenden neuen Abteilungsleiter, was zwar seinen Preis hatte, sich am Ende des Tages aber auszahlen sollte. Nachdem sich die Zusammenarbeit jedoch nicht den Erwartungen gemäß entwickelte, kamen dem Arbeitgeber erst Zweifel. War der Mitarbeiter tatsächlich so gut, wie er von sich behauptete und war er wirklich das Gehalt wert, das ihm gezahlt wurde? Durch einen Zufall kontrollierte die Lohnbuchhaltung die Gehaltszahlungen seines vormaligen Arbeitgebers durch Überprüfung der Steuerkarte. Dabei stellte sich heraus, dass sein bisheriges Gehalt wesentlich niedriger war, als das Gehalt, das vom neu verpflichteten Mitarbeiter im Vorstellungsgespräch genannt wurde. Der Vorstand fühlte sich hintergangen und löste das Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung.

Der Abschluss eines Arbeitsvertrages knüpft an Vertrauen an, das bereits im Vorstellungsgespräch aufgebaut wird. Der Arbeitgeber vertraut darauf, dass man ihm im Vorstellungsgespräch die Wahrheit sagt und ihn nicht anlügt. Schmückt der Bewerber seinen Werdegang zu seinen Gunsten aus, so ist das kein Problem. Schließlich will sich jeder gut verkaufen. Wird aber bewusst die Unwahrheit gesagt, ist Ärger vorprogrammiert. Das gilt insbesondere beim Geld, da beim Geld die Freundschaft bekanntlich aufhört. Täuscht ein Bewerber im Vorstellungsgespräch über die Höhe seines bisherigen Gehalts und nennt er - wie im vorliegenden Fall - an Stelle seines wahren Jahresgehalts von EUR 160.000 ein Gehalt von EUR 180.000 ist das Ziel klar: Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen soll erstmals ein Gehalt von EUR 200.000 erzielt werden. Da der Arbeitgeber zu Beginn keinen Verdacht schöpfte, ging die Rechnung zunächst auf. Nachdem alles herauskam, war der Arbeitgeber jedoch zur Anfechtung des Arbeitsverhältnisses wegen arglistiger Täuschung berechtigt. Natürlich beteuerte der Arbeitnehmer seine Unschuld und stellte die Angelegenheit als Missverständnis dar. Um einen langwierigen Prozess zu vermeiden, bot die Firma dem Arbeitnehmer schließlich EUR 40.000 als Abfindung an. Der in Ungnade gefallene Arbeitnehmer nahm das Angebot an.