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Kanzlei Dr. Krenz

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Weihnachten und Silvester

»Die Welt« - Leserfrage

Weihnachten ist das Fest der Liebe, nicht der Arbeit. Das fand auch der Betriebsrat, der mich vor kurzem um juristische Unterstützung bat. In dessen Betrieb war es seit langem üblich, dass die Arbeitnehmer sowohl Heiligabend als auch Silvester unter Weiterzahlung ihres Gehalts frei hatten. Einen Urlaubstag oder Stunden aus dem Überstundenkonto mussten sie hierfür nicht opfern. Der Arbeitgeber wollte diese „betriebliche Übung“ aber nun plötzlich einstellen. Er war der Meinung, dass seine Großzügigkeit lange genug gegolten hätte. Der Betriebsrat war da natürlich anderer Meinung. Die Verhandlungen schienen festgefahren. Jeder Einigungsversuch scheiterte bedauerlicherweise. Nach mehreren Gesprächen konnten wir uns schließlich mit der Arbeitgeberseite auf ein Schlichtungsverfahren verständigen, das die Angelegenheit geräuschlos befrieden sollte. Ein externer Schlichter sollte die Rechtslage endgültig klären. Beide Seiten vereinbarten, sich dem Spruch des Schlichters zu unterwerfen, egal wie seine Entscheidung ausgehen würde. Wir wählten einen hochrangigen Arbeitsrichter, der sich gerne dazu bereit erklärte, den zerstrittenen Betriebsparteien zu helfen. Nach Beginn des Schlichtungsverfahrens zeichnete sich allerdings ab, dass der Schlichter Zweifel an dem Bestehen einer betrieblichen Übung hatte. Für ihn bestanden leider einige Unklarheiten. Die Chancen des Betriebsrates standen damit nicht sonderlich gut. In letzter Minute konnten wir uns dann aber doch noch mit dem Arbeitgeber einigen: Für Weihnachten und Silvester sollten die Arbeitnehmer zukünftig insgesamt einen halben Arbeitstag opfern. Anstatt der ansonsten üblichen acht Stunden mussten also im Ergebnis faktisch vier Stunden vom Überstundenkonto aufgebracht werden. Eine miserable Festtagsstimmung wollte der Arbeitgeber dann doch verhindert wissen. Im Sinne eines guten Arbeitsklimas stimmte er dem vermittelnden Vorschlag des Schlichters letztlich zu. Weihnachten und der Rutsch ins neue Jahr waren gerettet und letztendlich hat der Arbeitgeber nicht nur seinen Mitarbeitern, sondern auch sich selbst ein Geschenk gemacht. Motivierte Arbeitnehmer sind schließlich unbezahlbar.