Foto vom Brandenburger Tor

Kanzlei Dr. Krenz

Rechtsanwälte | Fachanwalt für Arbeitsrecht

Mainzer Str. 17 (am Bundesplatz)
10715 Berlin - Wilmersdorf

☎ 030 / 29 36 901 - 0
✉ buero@krenz-kanzlei.de

Kompetenz • Seriosität • Qualität

Verdachtskündigung

»Die Welt« - Leserfrage

Kann auch bei einem bloßen Verdacht gekündigt werden? Ich dachte immer, man müsste auf frischer Tat ertappt werden, damit eine Kündigung wirksam ist.

Bereits der bloße Verdacht eines strafbaren bzw. vertragswidrigen Verhaltens kann ein wirksamer Kündigungsgrund sein. Durch eine Verdachtskündigung kann sogar ein Unschuldiger seinen Arbeitsplatz verlieren. Dementsprechend hoch sind die Anforderungen der Rechtsprechung. So muss der Verdacht auf objektiv vorliegende Tatsachen gestützt sein. Der Verdacht muss außerdem dringend sein. Danach muss eine große Wahrscheinlichkeit vorliegen, dass der verdächtigte Arbeitnehmer die Pflichtwidrigkeit tatsächlich begangen hat. Die Vertragsverletzung muss zudem so schwerwiegend sein, dass das notwendige Vertrauen des Arbeitgebers in die Redlichkeit des Arbeitnehmers zerstört wurde. Schließlich muss der Arbeitgeber vor Ausspruch einer Verdachtskündigung alles ihm Mögliche und Zumutbare getan haben, um den Sachverhalt aufzuklären. Hierzu zählt zwingend die vorherige Anhörung des betroffenen Arbeitnehmers. Erst dann darf der Arbeitgeber kündigen.