Foto vom Brandenburger Tor

Kanzlei Dr. Krenz

Rechtsanwälte | Fachanwalt für Arbeitsrecht

Mainzer Str. 17 (am Bundesplatz)
10715 Berlin - Wilmersdorf

☎ 030 / 29 36 901 - 0
✉ buero@krenz-kanzlei.de

Kompetenz • Seriosität • Qualität

Sexuelle Belästigung

»Die Welt« - Leserfrage

Der letzte vergleichbare Fall, den wir vertreten haben, liegt bereits mehrere Jahre zurück. Es ging um sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Die veröffentlichten Statistiken sind dabei wenig aussagekräftig. Die Dunkelziffer dürfte erheblich höher ausfallen. Unsere Mandantin war völlig „durch den Wind“ als sie in der Kanzlei zum Beratungsgespräch erschien. Ein Kollege aus dem Nachbarbüro, der sich offensichtlich für sie interessierte, erschien ihr zunächst sehr sympathisch. Er machte ihr Komplimente und lud sie immer wieder zum Kaffee oder zum Mittagessen ein. Eine Einladung am Abend in ein teures Restaurants schlug sie dagegen aus, weil sie nicht mehr als eine gute kollegiale Zusammenarbeit wünschte. Daraufhin kippte die Stimmung und der Kollege machte unverhohlene Annäherungsversuche. Unsere Mandantin lehnte diese entschieden und schließlich energisch ab. Aber es half nichts. Die Bemerkungen wurden anzüglich und schließlich kam es auf einer Betriebsfeier zu einem sexuellen Übergriff. Der offenbar alkoholisierte Kollege gab einen Klaps auf den Po und griff ihr an die Brust. Das ließ sich unsere Mandantin nicht gefallen und wandte sich an den Arbeitgeber. Der wollte ihr zunächst nicht glauben, woraufhin sie Kontakt mit unserer Kanzlei aufnahm und um Unterstützung bat. Glücklicherweise gab es Zeugen für den Vorfall, sodass wir den Arbeitgeber im Ergebnis davon überzeugen konnten, die Vorgänge zu untersuchen. Der Kollege stritt erwartungsgemäß alles ab und ging zum Angriff über: Unsere Mandantin wäre mit allem einverstanden gewesen und habe mit ihm geflirtet. Er sei also unschuldig. Der Arbeitgeber hielt seine Einlassungen für unglaubwürdig und kündigte dem Kollegen. Bevor die mehr als unerfreuliche Angelegenheit durch ein medienwirksames Gerichtsverfahren publik werden konnte, zahlte der Arbeitgeber eine stattliche Abfindung. Um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen, verzichtete unsere Mandantin auf das Erheben einer Diskriminierungsklage gegen den Arbeitgeber, obwohl er sich nur sehr zögerlich auf ihre Seite gestellt hatte. Obwohl der Fall „gelöst“ wurde, blieb ein schaler Nachgeschmack. Durch die Belegschaft ging nämlich ein Riss. Die eine Hälfte glaubte dem Kollegen und die andere Hälfte unserer Mandantin. Mittlerweile hat unsere Mandantin daraus die Konsequenzen gezogen und arbeitet für eine andere Firma.