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Kanzlei Dr. Krenz

Rechtsanwalt | Fachanwalt für Arbeitsrecht

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Massenentlassung

»Die Welt« - Leserfrage

Es ist immer besser, wenn man Krisen nicht alleine durchstehen muss. Das dachte sich auch unser Mandant, als er zu uns in die Kanzlei kam. Aufgrund massiven Personalabbaus wurde er von seinem Arbeitgeber gekündigt und bat uns um juristische Unterstützung. Da von dem Personalabbau rund 200 Beschäftigte betroffen waren, handelte es sich um eine Massenentlassung. Bei Massenentlassungen legt der Gesetzgeber dem Arbeitgeber bestimmte Verpflichtungen auf: Besteht in dem betroffenen Betrieb ein Betriebsrat, müssen in einem Sozialplan Abfindungszahlungen vereinbart werden. Der große Vorteil dabei ist, eine Abfindung ist auch dann zu zahlen, wenn die Kündigung wirksam ist. Vorliegend gab es bereits einen Abfindungssozialplan. Wir rieten unserem Mandanten daher, Kündigungsschutzklage zu erheben. Denn die Abfindung war ihm schließlich sicher. Die Klage eröffnete ihm zwei Möglichkeiten: Entweder seinen Arbeitsplatz einzuklagen oder im Wege eines Abfindungsvergleichs eine höhere Abfindungssumme einzustreichen und sein Arbeitsverhältnis zu beenden. Statistiken belegen, dass 80 % aller arbeitsgerichtlichen Streitigkeiten in einem Vergleich enden. Folglich werden nur 20 % der Fälle tatsächlich entschieden. Da natürlich auch Klagen vor Gericht verloren gehen, kehren nur die wenigsten Arbeitnehmer tatsächlich zum Arbeitsplatz zurück. Gerade beim umfangreichen Personalabbau ist eine Rückkehr aber durchaus vorstellbar, da Kündigungen infolge von Massenentlassungen ein hohes Fehlerpotential mit sich bringen. Der Umfang der Abbaumaßnahmen führt aufgrund der damit verbundenen Komplexität häufig zu Fehlern bei der Kündigung, die nicht auftreten würden, wenn nur wenige Arbeitnehmer gekündigt werden. Da unser Mandant bisher eine hohe Führungsposition bekleidete, musste er sich um einen neuen Arbeitsplatz keine großen Sorgen machen. Wir strebten daher eine Abfindung im hohen sechsstelligen Bereich an, womit der Arbeitgeber unseres Mandanten gar nicht einverstanden war. Geschicktes Verhandeln, gute Argumente und letztlich die Ungewissheit, ob er die Massenentlassung wirklich korrekt durchgeführt hatte, stimmten ihn jedoch am Ende um und wir konnten die Forderungen unseres Mandanten durchsetzen.