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Kanzlei Dr. Krenz

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Mankohaftung

»Die Welt« - Leserfrage

Bei uns kommt es immer wieder zu Fehlebständen in der Kasse. Ich unterstelle niemandem böse Absichten. Aber was kann man tun, um sich dagegen abzusichern?

Arbeitsrechtlich wird diese Problematik unter dem Stichwort „Mankohaftung“ behandelt. Besonders im Einzelhandel, bei Tankstellen oder in Supermärkten, also überall dort, wo Mitarbeiter mit Geld umgehen, sind Fehlbeträge in der Kasse ein Dauerthema. Kassendifferenzen machen gerade im Einzelhandel einen nicht unerheblichen Verlust aus. Die beste Absicherung für Arbeitgeber und Beschäftigte ist die Vereinbarung einer Mankoabrede im Arbeitsvertrag. Dabei handelt es sich um eine verschuldensunabhängige Haftung für Fehlbeträge, d.h. der Arbeitnehmer wird in Anspruch genommen, wenn die Kasse nicht stimmt. Zum Ausgleich hierfür erhält jeder Arbeitnehmer, der an der Kasse beschäftigt wird, zusätzlich zu seinem Gehalt ein sog. Mankogeld. Maximal dürfen Arbeitnehmer bis zur Höhe des Mankogeldes in Anspruch genommen werden. Nur bei vorsätzlichem Handeln greift eine weitergehende Haftung. Kommt es nicht zu Fehlbeträgen, können die Mitarbeiter das Mankogeld behalten. Im Einzelhandel beläuft sich das Mankogeld durchaus auf EUR 50-100 monatlich. Für viele Mitarbeiter ist das ein zusätzlicher Ansporn, auf eine sorgfältige Kassenführung zu achten. Gerade die Mankoregelung schützt die Arbeitnehmer vor dem Verdacht der Unehrlichkeit und verhindert, dass sie durch Gehaltsabzüge für weniger Geld arbeiten. Der Arbeitgeber wird vor unehrlichen Mitarbeitern geschützt und hat auch keinen Anlass zu Generalverdächtigungen, die sich negativ auf das Betriebsklima auswirken. Fehlt es dagegen an einer Mankoabrede, so sind pauschale Gehaltskürzungen durch den Arbeitgeber unwirksam.