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Leiharbeiter

»Die Welt« - Leserfrage

In vielen Betrieben werden mittlerweile immer mehr Leiharbeiter beschäftigt. Was passiert bei Kündigungen? Muss der Arbeitgeber erst Leiharbeitern kündigen, bevor er das Stammpersonal entlässt?

Leiharbeit ist für Arbeitgeber häufig eine ideale Lösung zur Überbrückung kurzfristiger Beschäftigungsengpässe. Außerdem werden dadurch die Personalkosten gedrückt, weil Leiharbeit den Sachkosten zugerechnet wird. Für das Stammpersonal ist Leiharbeit dagegen häufig ein Ärgernis, weil dadurch die Schaffung neuer, fester Arbeitsplätze verhindert wird. Bei Kündigungen gegenüber der Stammbelegschaft muss der Arbeitgeber allerdings aufpassen: Sofern im Unternehmen dauerhaft Leiharbeitnehmer beschäftigt werden, muss er zur Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen von Stammpersonal zuerst Leiharbeitnehmern kündigen. Voraussetzung hierfür ist, dass der Leiharbeitnehmer auf einem für die Stammarbeitskraft geeigneten Arbeitsplatz tätig ist. Mehrere Arbeitsgerichte haben entschieden, dass die Kündigung von Stammpersonal nur das letzte Mittel sein darf. Vorher müssen alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um Personalabbau zu vermeiden (sog. Ultima-Ratio-Prinzip). Werden Leiharbeitnehmer z.B. am Empfang beschäftigt oder werden sie dauerhaft zur Krankheitsvertretung eingesetzt, muss ihnen vorrangig gekündigt werden. Eine Kündigung gegenüber dem Stammpersonal wäre dagegen unwirksam.