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Kanzlei Dr. Krenz

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Gehalt trotz Streik?

»Die Welt« - Leserfrage

Deutschland wird gegenwärtig von Streikwellen überrollt. Besonders die Auseinandersetzung zwischen der Bahn und der Lokführergewerkschaft dürfte noch in (un-)guter Erinnerung sein. Die Gewerkschaften spekulieren darauf, dass die bestreikten Arbeitgeber wegen zu hoher Einnahmeausfälle einknicken und den Forderungen nach mehr Gehalt und besseren Arbeitsbedingungen nachgeben. Streiken darf jeder Arbeitnehmer, weil das Streikrecht als Mittel des Arbeitskampfes im Grundgesetz verankert ist. Wenn gestreikt wird, muss zwar nicht gearbeitet werden. Allerdings kriegt der Arbeitnehmer für diese Zeit kein Gehalt. Gewerkschaftsmitglieder erhalten daher Streikgeld von ihrer Gewerkschaft.

Ein Beschäftigter im öffentlichen Dienst verdient im Durchschnitt 2500 Euro brutto, zahlt bei Ver.di ein Prozent davon als monatlichen Mitgliedsbeitrag und erhält das 2,5-fache als Streikgeld. Daraus ergibt sich ein durchschnittliches tägliches Streikgeld von 62,50 Euro. Das Streikgeld gleicht den Einkommensverlust allerdings nicht in voller Höhe aus. Aber immerhin ist das Streikgeld steuer- und abgabenfrei. Anders sieht die Rechtslage für Arbeitnehmer in nicht bestreikten Betrieben aus, die infolge der Streiks zu spät kommen oder ihre Arbeitsstelle gar nicht erst erreichen können. Grundsätzlich ist jeder Arbeitnehmer dafür verantwortlich, pünktlich zu erscheinen. Taucht der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz nicht auf, gibt es auch kein Geld. Viele Unternehmen zeigen sich aber im Streikfall kulant, wenn die Fehlzeit nachgearbeitet wird.