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Kanzlei Dr. Krenz

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Fristlose Kündigung und Vertrauensbruch

»Die Welt« - Leserfrage

Unser Mandant betrieb seit Jahren ein erfolgreiches Dienstleistungsunternehmen. Seine ebenfalls seit Jahren beschäftigte rechte Hand war als Mitarbeiter über Jahre hinweg die Stütze seines Unternehmens. Im Rahmen einer gemeinsamen Besichtigung einer Immobilie verunglückte unser Mandant, der Geschäftsführer der Firma, bedauerlicherweise. Aufgrund einer nicht gesicherten Gefahrenstelle fiel er mehrere Meter in die Tiefe und zog sich erhebliche Verletzungen zu. Sein Mitarbeiter verständigte den Notarzt, der ihm vermutlich das Leben rettete. Über Monate hinweg lag unser Mandant im Krankenhaus. In dieser Zeit vertrat ihn in der Firma der besagte Mitarbeiter. Nachdem es ihm wieder besser ging, strengten wir einen Schadens-und Schmerzensgeldprozess gegen den Betreiber der Immobilie an. Die rechte Hand unseres Mandanten trat dabei als Zeuge auf. Im Wege des Vergleichs verständigen wir uns auf eine beträchtliche Schmerzensgeldzahlung. Während des Prozesses stellte sich allerdings heraus, dass der Mitarbeiter Kontakt mit der Gegenseite aufgenommen hatte, um Informationen über den vermeintlich wahren Ablauf des Unfallhergangs zu übermitteln. Das erfuhren wir durch den Anwalt des Immobilieneigentümers. Dieses völlig unverständliche Verhalten sah unser Mandant als schwer wiegenden Vertrauensbruch an und kündigte ihm fristlos. Daraufhin erhob der Arbeitnehmer Kündigungsschutzklage. Im Falle einer fristlosen Kündigung muss ein Arbeitnehmer praktisch immer Klage erheben, um im Wege eines Vergleichs zumindest noch eine fristgemäße Kündigung durch zu setzen, damit der Lebenslauf nicht völlig hinüber ist. In dem ersten Gerichtstermin sah die Richterin keine Möglichkeit einer weiteren Zusammenarbeit, zweifelte aber an der Wirksamkeit einer fristlosen Kündigung. Ebenso unverständlich, weil gerade die fehlende Möglichkeit der Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses einen fristlosen Kündigungsgrund darstellt. Der gegnerische Anwalt hatte allerdings verstanden, dass der Arbeitnehmer schlechte Karten hatte. Wir verständigen uns auf eine Abfindung von einem Viertelbruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr. Zur Vermeidung von etwaigen Restrisiken vor Gericht war dieses Ergebnis aus Sicht unseres Mandanten angemessen, sodass das Arbeitsverhältnis mit dem untreuen Mitarbeiter gegen eine geringe Abfindungszahlung beendetet werden konnte.