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Eigenkündigung

»Die Welt« - Leserfrage

Michael Offer zog die Konsequenzen der öffentlichen Bloßstellung auf einer Pressekonferenz durch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und trat von seinem Posten zurück. Als Beamter wird ihm eine andere Aufgabe zugewiesen. Wir informieren Sie, wie ein "normaler" Arbeitnehmer kündigen kann.

Wenn es zum Bruch kommt.

In früheren Zeiten konnten Arbeitnehmer mit der Faust auf den Tisch schlagen und mitteilen "Mir reicht's, ich kündige". Dieser eher dramatischen Art der Kündigung mag der eine oder andere aus Arbeitnehmersicht nachtrauern, sie gehört aber der Vergangenheit an.

Auch Arbeitnehmer müssen sich an gesetzliche Spielregeln halten, wenn sie das Unternehmen verlassen wollen. Dies bietet dem Arbeitgeber die Möglichkeit, seine zukünftige Personalplanung ohne den Arbeitnehmer ausrichten zu können.

Außerordentliche Arbeitnehmerkündigung

Auch Arbeitnehmer können außerordentlich kündigen. Aber auch sie müssen in diesem Fall einen wichtigen Grund für die Kündigung vortragen. Dabei muss unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der Interessen beider Vertragsteile die Fortsetzung des Dienstverhältnisses bis zum Ablauf der Kündigungsfrist oder bis zur vereinbarten Beendigung des Dienstverhältnisses unzumutbar sein.

Als Gründe für die fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer kommen zum Beispiel in Betracht: Die Nichtzahlung des Arbeitsentgelts, wenn der Arbeitgeber zeitlich oder dem Betrag nach erheblich in Verzug kommt oder eine vorsätzliche oder grob fahrlässige Gefährdung von Leben und Gesundheit des Arbeitnehmers.

Ordentliche Kündigung: Die Kündigungsfrist ermitteln

Sofern der Bruch zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber nicht so groß ist, dass es zu einer außerordentlichen Kündigung durch den Arbeitnehmer kam, gibt es weitere zahlreiche Gründe, weshalb ein Mitarbeiter auf dem Wege einer ordentlichen Kündigung das Unternehmen verlässt.

Auch wenn bei einer Eigenkündigung eines Arbeitnehmers klar ist, dass ggf. seine Motivation für den aktuellen Job nicht mehr so hoch ist, so kann es dennoch sein, dass der Arbeitgeber den Mitarbeiter noch für bestimmte Tätigkeiten benötigt.

Deshalb sollte man auch als Arbeitgeber prüfen, ob die Kündigungsfrist, mit der der Arbeitnehmer gekündigt hat, korrekt ist.

Gesetzliche Kündigungsfrist

"Je länger ein Arbeitnehmer im Unternehmen ist, desto länger die Kündigungsfrist." Diese Aussage trifft nur bei einer Arbeitgeberkündigung zu und wenn die gesetzlichen Kündigungsfristen des § 622 Abs. 2 BGB auf das Arbeitsverhältnis anzuwenden sind.

Für den Arbeitnehmer gelten kürzere gesetzliche Fristen: Die ordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses ist grundsätzlich einheitlich für alle Arbeitnehmer mit einer Frist von vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats möglich (§ 622 Abs. 1 BGB).

Vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist

Im Arbeitsvertrag können nach § 622 Abs. 5 Satz 2 BGB längere als die gesetzlichen Kündigungsfristen vereinbart werden. Eine Verkürzung der gesetzlichen Kündigungsfrist ist grundsätzlich im Arbeitsvertrag nicht zulässig.

Für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitnehmer darf keine längere Frist vereinbart werden als für die Kündigung durch den Arbeitgeber (§ 622 Abs. 6 BGB).

Tarifliche Kündigungsfristen

In Tarifverträgen können alle Kündigungsfristen und -termine verlängert oder verkürzt werden. Das Günstigkeitsprinzip gilt nicht.

Kündigung: Die Form wahren

Nach § 623 BGB bedarf die Kündigung durch den Arbeitnehmer der Schriftform. Dieses Schriftformerfordernis ist nur gewahrt, wenn das Kündigungsschreiben vom Kündigenden oder seinem Vertreter eigenhändig unterzeichnet ist.

Zugang der Kündigungserklärung

Die Kündigungserklärung muss der anderen Arbeitsvertragspartei, also dem Arbeitgeber zugehen. Eine schriftliche Kündigung geht erst zu, wenn sie so in den Einflussbereich des Kündigungsempfängers gelangt ist, dass er unter normalen Verhältnissen von ihr Kenntnis nehmen kann.