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Kanzlei Dr. Krenz

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Diskriminierung

»Die Welt« - Leserfrage

Ich habe gelesen, dass man wegen unzureichender Deutschkenntnisse gekündigt werden kann. Ist das wirklich möglich? Ist das nicht diskriminierend?

Es liegt nahe, eine solche Kündigung als diskriminierend einzustufen. Eine Kündigung wird in der Regel jedoch nicht wegen der ethnischen Herkunft ausgesprochen, sondern wegen fehlender Sprachkenntnisse. Gegen eine Diskriminierung spricht außerdem, dass viele ausländische Arbeitnehmer sogar fließend Deutsch sprechen. Verschärfend kann hinzukommen, dass gewisse Arbeitsplätze Deutschkenntnisse in Wort und Schrift erfordern. Erst recht liegt keine Diskriminierung vor, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer den Besuch eines Sprachkurses ermöglicht. Weigert sich der Arbeitnehmer sogar, an diesen Kursen teilzunehmen oder verbessern sich die Sprachkenntnisse nicht, so verstößt die Kündigung nicht gegen ein Diskriminierungsverbot. Einem Arbeitgeber ist es nicht verwehrt, von seinen Arbeitnehmern ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache zu verlangen, wenn diese für die Ausübung der Tätigkeit erforderlich sind. Mahnt der Arbeitgeber zudem ab und ergreift ein Arbeitnehmer auch dann keine Maßnahmen zur Verbesserung seiner Sprachkenntnisse, ist der Weg zur Kündigung frei. Keinem Arbeitgeber ist es zuzumuten, Arbeitnehmer zu beschäftigen, die sich nicht an seine berechtigte Vorgaben halten wollen. Der Hintergrund einer Kündigung wegen fehlender Sprachkenntnisse ist nicht die ethnische Herkunft, sondern die fehlende Bereitschaft, sich ausreichende Deutschkenntnisse anzueignen.