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Kanzlei Dr. Krenz

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Betriebsbedingte Kündigung wirksam

»Die Welt« - Leserfrage

Mein Chef hat mich betriebsbedingt gekündigt, weil in meiner Abteilung zwanzig von siebzig Mitarbeitern zur Kostenersparnis abgebaut werden. Dagegen will ich mich wehren. Ist die Kündigung wirksam?

Grundsätzlich kann der Arbeitgeber frei entscheiden, wie viele Mitarbeiter er beschäftigt. Sogar bei unverändertem Arbeitsanfall kann sich der Arbeitgeber dafür entscheiden, Mitarbeiter zu entlassen. Wichtig ist nur, dass die verbleibenden Arbeitnehmer keine Überstunden infolge des Personalabbaus leisten müssen. In diesem Fall ist die Kündigung nämlich unwirksam. Nimmt der Arbeitgeber dagegen z.B. längere Bearbeitungszeiten oder eine Verschiebung von Lieferterminen hin, kann gekündigt werden. Außerdem darf es keine freien Stellen im Unternehmen geben, auf denen ein Einsatz gekündigter Arbeitnehmer alternativ erfolgen könnte. Daher sollten die Tageszeitung und das Intranet nach offenen Stellen durchforstet werden. Auch eine mögliche Beschäftigung nach einer Qualifizierung bedeutet das „Aus“ für die Kündigung. Schließlich muss der Arbeitgeber die Sozialauswahl ordnungsgemäß durchgeführt haben: Der Arbeitgeber muss ein Sozialranking durchführen, wenn er aus einem Pool von Beschäftigten, die dieselbe Tätigkeit verrichten, Mitarbeiter kündigt. Dabei müssen die Dauer der Betriebszugehörigkeit, das Lebensalter, Unterhaltspflichten und Schwerbehinderungen berücksichtigt werden. Die sozial Stärksten sind dann zu kündigen. Nur im Ausnahmefall kann der Arbeitgeber seine Leistungsträger aus der Sozialauswahl herausnehmen. Erst wenn der Arbeitgeber alle Hürden genommen hat, ist die Kündigung wirksam.