Foto vom Brandenburger Tor

Kanzlei Dr. Krenz

Rechtsanwalt | Fachanwalt für Arbeitsrecht

Mainzer Str. 17 (am Bundesplatz)
10715 Berlin - Wilmersdorf

☎ 030 / 29 36 901 - 0
✉ buero@krenz-kanzlei.de

Auguste-Viktoria-Allee 4 (am Flughafen Tegel)
13403 Berlin - Reinickendorf

Kompetenz • Seriosität • Qualität

Befristung

»Die Welt« - Leserfrage

Während des Studiums arbeitete ich bereits bei meinem jetzigen Arbeitgeber. Nach der Uni habe ich einen befristeten Arbeitsvertrag erhalten, der zweimal verlängert wurde. Jetzt will man den Vertrag auslaufen lassen. Kann ich mich dagegen wehren?

Bis zur Dauer von zwei Jahren können befristete Arbeitsverhältnisse unproblematisch ohne Sachgrund abgeschlossen werden. Innerhalb dieses Zeitraums ist es sogar möglich, die Befristung insgesamt dreimal zu verlängern. Bestand jedoch bereits in der Vergangenheit ein Arbeitsverhältnis, so ist eine sachgrundlose Befristung nicht mehr möglich. Auch eine Beschäftigung während des Studiums zählt als Arbeitsverhältnis. Der vorliegende Arbeitsvertrag sowie die Verlängerungen konnten somit nicht wirksam ohne Sachgrund befristet werden. Daher kommt nur eine Befristung in Frage, die auf einen Sachgrund zurückzuführen ist: Das Gesetz sieht es sogar ausdrücklich als Sachgrund an, wenn eine Befristung im Anschluss an ein Studium vereinbart wird. Dadurch soll Arbeitnehmern der Übergang in eine Anschlussbeschäftigung erleichtert werden. Diese Befristungsmöglichkeit kann jedoch nur einmal genutzt werden. Nach Ablauf der ersten Befristung ist schließlich erprobt, ob der frischgebackene Uniabsolvent auch den praktischen Arbeitsalltag meistert. Verlängert der Arbeitgeber dagegen - wie hier -mehrfach die erste Befristung, kann sich der Arbeitgeber nicht mehr auf einen Befristungsgrund berufen. Der befristete Arbeitsvertrag wandelt sich dadurch in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis um. Eine Klage vor dem Arbeitsgericht hätte also Erfolg.