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Kanzlei Dr. Krenz

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Arbeitsvertrag nur bei guter Beurteilung

»Die Welt« - Leserfrage

Unsere Mandantin erschien verzweifelt in unserem Büro. Ihre Vorgesetzte hatte sie nur durchschnittlich beurteilt. Das Problem war, dass sie nur in einem befristeten Arbeitsverhältnis mit einer Behörde stand. Voraussetzung für die Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis war, dass man als Mitarbeiter eine gute Beurteilung haben musste. Sonst bestand keine Chance auf eine Übernahme. Unsere Mandantin berichtete, dass ihre Vorgesetzte mit ihr persönlich nicht zurechtkam. Obwohl die Zwischenbeurteilung noch vielversprechend ausfiel, reichte es nicht für eine überdurchschnittliche Beurteilung. Die Vorgesetzte kritisierte unsere Mandantin ständig und war mit ihr nicht zufrieden. Wir analysierten die Situation und fanden heraus, dass die von ihr zu erbringenden Kennzahlen ein anderes Bild auswiesen. Danach war eine überdurchschnittliche Bewertung sehr wohl gerechtfertigt. Zur Durchsetzung einer zutreffenden Bewertung musste schließlich Klage erhoben werden. Vorgespräche mit der Vorgesetzten erbrachten kein anderes Ergebnis. Im Güteverfahren vor dem Arbeitsgericht mauerte die Gegenseite und wollte von einer vernünftigen Beilegung der Angelegenheit nichts wissen. Allerdings war der Richter augenscheinlich auf unserer Seite. Die guten Zahlen, die unsere Mandantin erbrachte, sprachen eine deutliche Sprache zu ihren Gunsten. Trotzdem war es ein schweres Stück Arbeit. Schließlich ist es nicht leicht, gegen den Arbeitgeber im bestehenden Arbeitsverhältnis gerichtlich vorzugehen und dann weiterarbeiten zu können, wie zuvor. Häufig wird die Arbeitsatmosphäre durch einen Gerichtsprozess stark belastet, sodass das Arbeitsverhältnis im Wege eines Vergleichs beendet wird bzw. faktisch beendet werden muss, weil es für den Arbeitnehmer nicht mehr aushaltbar ist. Hier war es zur Abwechslung anders: Zudem gab es für den Arbeitgeber ein weiteres Problem. Es stellte sich heraus, dass innerbehördlich eine Weisung existierte, die genau vorgab, wieviel Prozent der Beschäftigten bestimmte Bewertungen erhalten sollen. Nachdem der Arbeitgeber merkte, dass es sich bei unserer Mandantin um eine gute Mitarbeiterin handelt und dass das Gericht möglicherweise die Bewertungsvorgaben zu Fall bringen könnte, wurde zurückgerudert. Die Bewertung wurde korrigiert. Ob es zum Schluss für einen unbefristeten Vertrag reicht, steht noch aus. Zumindest die formalen Voraussetzungen liegen jetzt vor.