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Kanzlei Dr. Krenz

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Arbeitsleistung

»Die Welt« - Leserfrage

Ein Bekannter von mir klagt gegen die Kündigung seines Arbeitsverhältnisses. Muss er eigentlich der Firma seine Arbeitsleistung anbieten, damit er seine Gehaltsansprüche nicht verliert?

Nach Ablauf der Kündigungsfrist darf jeder Arbeitnehmer zu Hause bleiben, bis der Arbeitgeber ihn zur Wiederaufnahme der Arbeit auffordert. Schließlich war es der Arbeitgeber, der das Arbeitsverhältnis kündigte und damit zum Ausdruck gebracht hat, dass er seinen Arbeitnehmer nicht mehr beschäftigen will. Besonders schwierig wird es für den Arbeitgeber, wenn das Gericht in erster Instanz zu Gunsten des Arbeitnehmers entscheidet: Wird der gekündigte Arbeitnehmer während des Prozesses nämlich nicht beschäftigt, muss er im Falle einer Niederlage in der Berufung das Gehalt nachzahlen, ohne dass er dafür eine Arbeitsleistung erhalten hat. Allerdings kann eine sog. Prozessbeschäftigung des Arbeitnehmers auch Anhaltspunkte dafür liefern, dass die Kündigung unwirksam ist. Entscheidet sich der Arbeitgeber für eine Beschäftigung, muss er in jedem Fall den gekündigten Arbeitnehmer ausdrücklich dazu auffordern, die Arbeit wieder aufzunehmen. Der Arbeitnehmer ist im Übrigen auch vertragsgerecht einzusetzen, was häufig leider nicht geschieht. Von sich aus muss ein Arbeitnehmer nicht aktiv werden. Er muss auch nicht unaufgefordert zur Arbeit erscheinen. Schaden kann es zwar nicht, zur Arbeitsaufnahme wieder in der Firma zu erscheinen. Eine Verpflichtung besteht aber nicht.