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Kanzlei Dr. Krenz

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Alter und Diskriminierung

»Die Welt« - Leserfrage

Trotz des Verbots der Altersdiskriminierung spielt das Lebensalter bei Kündigungen immer noch eine wichtige Rolle. Ich dachte beim Alter darf man nicht mehr zwischen jung und alt unterscheiden. Wie passt das zusammen?

Richtig ist, dass ältere Mitarbeiter bei Kündigungen nach wie vor prinzipiell besser geschützt sind als jüngere Arbeitnehmer. Das beruht darauf, dass weder der Gesetzgeber noch die Rechtsprechung den Schutz älterer Arbeitnehmer im Grundsatz angetastet hat. An sich dürften bei einer rechtlichen Bewertung keine Altersunterschiede mehr berücksichtigt werden. Die Praxis sieht aber anders aus: Das Alter ist bei der Sozialauswahl immer noch ein zwingend zu beachtendes Kriterium, sodass ältere Arbeitnehmer nur unter erschwerten Bedingungen gekündigt werden können. Allerdings können bei Massenkündigungen sog. Altersgruppen gebildet werden, wodurch Kündigungen älterer Arbeitnehmer erleichtert werden. Auch bei Abfindungsleistungen können Arbeitgeber und Betriebsrat vereinbaren, dass ältere Arbeitnehmer gar keine Abfindung erhalten. Voraussetzung hierfür ist, dass es sich um sog. rentennahe Jahrgänge handelt. Wer kurz vor der Rente steht und aus dem Unternehmen ausscheidet, soll nicht eine Rente und zusätzlich eine Abfindung kassieren. Gewisse Einschränkungen des Schutzes ältere Arbeitnehmer gibt es also. Wesentlich einfacher ist die Kündigung älterer Arbeitnehmer jedoch weiterhin nicht.