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Kanzlei Dr. Krenz

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Abfindung

»Die Welt« - Leserfrage

Häufig hört man, dass es vor dem Arbeitsgericht gar nicht um die Wirksamkeit von Kündigungen geht, sondern um Abfindungszahlungen. Ist das richtig? Habe ich eigentlich Anspruch auf eine Abfindung, wenn ich gekündigt werde?

Abfindungen sind ein Dauerthema vor den Arbeitsgerichten. Auffällig ist, dass sich die meisten Arbeitnehmer trotz der schwierigen Arbeitsmarktlage ihren Arbeitsplatz durch eine Abfindung "abkaufen" lassen, ohne es auf einen Rechtsstreit ankommen zu lassen. Statistiken besagen, dass nur 20 bis 25 Prozent aller Arbeitnehmer gegen ihre Kündigung klagen. Außerdem werden rund 80 Prozent aller Verfahren einvernehmlich durch den Abschluss von Abfindungsvergleichen beendet. Das bedeutet, dass der Ausspruch von Kündigungen in fast allen Fällen zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses führt. Das gilt jedenfalls dann, wenn der Arbeitgeber eine Abfindung zahlt. Dagegen ist die landläufige Meinung weiterhin falsch, dass Arbeitnehmern bei einer Kündigung eine Abfindung zusteht. Nur wenn Sozialpläne oder Tarifverträge die Zahlung einer Abfindung vorsehen, besteht ein Anspruch auf eine finanzielle Kompensation in Form einer Abfindung. Einen gesetzlichen Abfindungsanspruch gibt es dagegen nicht. An dieser Rechtslage hat sich auch durch den im Kündigungsschutzgesetz eingeführten "Abfindungsparagraphen" nichts geändert. In diesen Fällen ist es ausschließlich Vereinbarungssache, ob eine Abfindung gezahlt wird.