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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Zu-Spät-Kommen am Arbeitsplatz

Ich habe eine Abmahnung erhalten, weil ich öfters zu spät gekommen bin. Ich finde das ungerecht. Es sind nur ein paar Minuten, die ich auch immer nachgearbeitet habe. Wie ist die Rechtslage? Ist die Abmahnung rechtens?

Pünktlichkeit ist eine Tugend. Diese oft zitierte Redewendung sollte man sich nicht nur privat im Alltag, sondern auch insbesondere im Berufsleben zu Herzen nehmen. Ob verschlafen oder nicht, für Arbeitnehmer kann ständiges Zu-Spät-Kommen zu einem bösen Erwachen führen. Unter Umständen droht nämlich nicht nur eine Abmahnung, sondern schlimmstenfalls eine Kündigung aus verhaltensbedingten Gründen. Jeder Arbeitnehmer muss alles ihm Zumutbare unternehmen, um pünktlich zur Arbeit zu erscheinen. Ihn trifft insoweit das sog. Wegerisiko, d.h. es ist Sache des Arbeitnehmers, wie er von seiner Wohnung zur Arbeitsstelle gelangt. Dies gilt selbst dann, wenn er objektiv gesehen nichts für seine Unpünktlichkeit kann. Jahreszeitbedingte Erschwernisse wie Plötzliche Eisesglätte und starker Schneefall oder eine Bestreikung der öffentlichen Verkehrsmittel können ein Zu-Spät-Kommen nicht entschuldigen. Kommt ein Mitarbeiter aber im Allgemeinen nur wenige Minuten zu spät, rechtfertigt das nicht sofort eine Kündigung. Entscheidend ist in diesen Fällen, ob der Betriebsablauf gestört wird. So sind Firmen, die in Schichtarbeit arbeiten, auf zeitliche Genauigkeit angewiesen. In solchen Fällen riskieren Arbeitnehmer daher auch bei wenigen Verspätungen einen Rauswurf. Handelt es sich hingegen um einen Bürojob, ist eine geringfügige Verspätung weniger störend. Der Arbeitgeber kann dann verlangen, dass die verpasste Zeit nachgearbeitet wird. Den Wecker eher stellen, wäre für die "Zu-Spät-Kommer" wohl allerdings die einfachste Lösung.