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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Weihnachten und Neujahr

Ich leite ein kleines Pflegeheim. Es gibt deutlich weniger Kollegen, die sich freiwillig für die Arbeit an den kommenden Feiertagen zur Verfügung stellen, als Schichten, die besetzt werden müssen. Wie organisiere ich das, wenn ich gerecht nach der Rechtslage vorgehen will?

Weihnachten ist die schönste Zeit des Jahres. Die Vorfreude auf die kommenden Feiertage steigt und der Wunsch nach besinnlichen Tagen wächst. Für viele Arbeitnehmer ist daher der Urlaub zwischen Weihnachten und Neujahr so selbstverständlich wie die Gans zum Festtagsmahl. Besonders Heiligabend und Silvester sind ohne Frage die unbeliebtesten Arbeitstage im Jahr. Der Arbeitgeber steht daher vor einer unangenehmen Aufgabe. Wer an den Feiertagen nicht komplett auf seine Belegschaft verzichten kann, muss einigen Mitarbeitern wohl oder übel die freien Tage verwehren. Im Pflegedienst ist der tägliche Arbeitseinsatz, selbst an gesetzlichen Feiertagen, unerlässlich. Der Chef hat daher die Qual der Wahl: Er entscheidet im Rahmen seines Weisungsrechts, wer an den unliebsamen Arbeitstagen arbeiten muss und wer nicht. Einen zwingend vorrangigen Anspruch auf Urlaub hat jedoch niemand. Nach Maßgabe des Gesetzgebers muss der Arbeitgeber seine Entscheidung jedoch nach „billigem Ermessen“ treffen. Das bedeutet, dass er die sozialen Belange und Urlaubswünsche sämtlicher Arbeitnehmer gegeneinander abwägen muss. Im Einzelfall kann es daher z.B. durchaus gerechtfertigt sein, Urlaubswünsche von Mitarbeitern mit Familie, insbesondere in der Ferienzeit, vorrangig zu berücksichtigen. Außerhalb der Schulferien ist ein Urlaub mit Kindern schließlich nicht möglich. Das bedeutet aber keineswegs, dass Alleinstehende bzw. Kinderlose stets den Kürzeren ziehen. Wer in den letzten Jahren bereits feiertags arbeiten musste, sollte beim nächsten Feiertag bevorzugt frei bekommen werden. Wer als Arbeitgeber Konflikte vermeiden möchte, ist gut beraten, das Gespräch zu suchen. So kann am ehesten ein Kompromiss gefunden werden, mit dem alle (mehr oder weniger) zufrieden sind. Freie Weihnachtstage sind zwar schön, der vorrangige Zugriff auf die Tage im Sommerurlaub, ist aber auch nicht zu verachten.