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Kanzlei Dr. Krenz

Rechtsanwälte | Fachanwalt für Arbeitsrecht

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Urlaubsplan

Wie jedes Jahr muss ich meinen gesamten Jahresurlaub in den Urlaubsplan eintragen. Eigentlich möchte ich zumindest über ein paar Urlaubstage flexibel verfügen. Was kann ich tun?

Zum Jahreswechsel müssen zahlreiche Arbeitnehmer ihren beabsichtigten Urlaub für 2016 in den Urlaubsplan ihrer Firma eintragen. Mithilfe von Urlaubsplänen sollen die unterschiedlichen Urlaubswünsche der Mitarbeiter aufeinander abgestimmt werden. Vielfach glauben Arbeitnehmer, dass der Urlaub damit bewilligt ist, jedenfalls dann, wenn sich kein anderer Arbeitnehmer in dem gewünschten Zeitraum eingetragen hat. Das ist aber nicht richtig. Einen verbindlichen Charakter hat der Urlaubsplan nämlich nur dann, wenn der Urlaub nach Abschluss der Urlaubsplanung ausdrücklich als genehmigt gilt. Das ist meistens nicht der Fall. Ein Arbeitnehmer ist auch nicht dazu gezwungen, seine sämtlichen Urlaubstage für das ganze Jahr zu verplanen. Der Urlaubsanspruch steht schließlich dem Arbeitnehmer zu und es steht ihm frei, seinen Urlaub zu nehmen, wann er will. Der Chef darf den Urlaub grundsätzlich nicht ablehnen, es sei denn in dem gewünschten Urlaubszeitraum wollen schutzwürdigere Arbeitnehmer ihrerseits Urlaub nehmen, also z.B. Arbeitnehmer mit Kindern, die nur in den Schulferien verreisen können. Auch aus (dringenden) betrieblichen Belangen darf der Arbeitgeber Urlaub ausnahmsweise verweigern. Jahresabschlussarbeiten oder Hauptverkaufszeiten, wie das Weihnachtsgeschäft, zählen zu diesen Gründen. In jedem Fall muss darauf geachtet werden, dass der Urlaub genehmigt wird. Der Eintrag in einen Urlaubsplan oder das Stellen des Urlaubsantrags reicht dazu nicht aus. Eine leider übliche Praxis ist es, dass Arbeitgeber den Urlaubsantrag liegen lassen und ihn weder genehmigen noch die Genehmigung verweigern. Will der Arbeitnehmer dann in Urlaub gehen, könnte der Arbeitgeber theoretisch den Urlaub verweigern, weil ein Schweigen auf den Urlaubsantrag im rechtlichen Sinne keine Zustimmung darstellt. Hier ist also Vorsicht geboten. Vor dem Urlaubsantritt muss der Urlaub unbedingt genehmigt werden!