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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Urlaubsgeld

Ich möchte demnächst in den Urlaub fahren. Jetzt frage ich mich, ob ich darauf einen Anspruch auf Urlaubsgeld habe?

Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres. Ob am Strand am Meer, eine Bergtour in den Alpen oder gemütlich zu Hause auf der Couch – ein bisschen mehr Geld in der Tasche schadet dabei nie. Umso schöner ist also, wenn der Arbeitgeber die freie Zeit zusätzlich mit Urlaubsgeld versüßt. Darauf bestehen können Arbeitnehmer meistens leider nicht. Genau wie das Weihnachtsgeld ist das Urlaubsgeld nämlich häufig eine lediglich freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Das Urlaubsgeld darf dabei übrigens nicht mit dem Urlaubsentgelt verwechselt werden. Die beiden Begriffe sind sich zwar recht ähnlich, meinen aber etwas vollkommen anderes. Beim Urlaubsentgelt handelt es sich um das Gehalt, das der Arbeitnehmer im Urlaub erhält. Das Urlaubgeld ist dagegen eine Extraleistung des Arbeitgebers, die zusätzlich zum Gehalt gezahlt wird. Meistens erfolgt die Zahlung mit dem Junigehalt. Arbeitnehmer können die Zahlung nur verlangen, wenn dies ausdrücklich vereinbart wurde. Ein Anspruch auf Urlaubsgeld ergibt sich daher entweder aus dem Arbeitsvertrag selbst oder aus einem Tarifvertrag. Besteht eine solche Regelung nicht, haben Arbeitnehmer grundsätzlich auch kein Recht auf Urlaubsgeld. Etwas anderes gilt nur, wenn im Betrieb bereits drei Jahre lang ohne irgendwelche Vorbehalte Urlaubsgeld gezahlt wurde. Dann entsteht nämlich eine sog. betriebliche Übung, die sich der Arbeitgeber auch zukünftig in den Folgejahren zurechnen lassen muss, sodass Mitarbeiter selbst ohne eine ausdrückliche Regelung Urlaubsgeld verlangen können. Das Gute daran ist: Ist der Anspruch erst einmal entstanden, darf er nicht ohne Weiteres gekürzt werden. Solange der Arbeitgeber sich eine Änderung nicht ausdrücklich vorbehalten hat, können Arbeitnehmer auch in den darauffolgenden Jahren mit einer Aufbesserung der Reisebörse fest rechnen.