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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Urlaubsbeantragung

Mein Urlaubsantrag wurde abgelehnt und ich will in vier Wochen nach Spanien reisen. Mein Chef wandte ein, dass Kollegen mit Familie in den Sommerferien Vorrang hätten. Mein Flug war aber bereits gebucht. Kann ich meinen Urlaub trotzdem antreten?

Ein Urlaub am Meer oder auf Balkonien - Hauptsache Urlaub. Die Urlaubszeit ist im vollen Gange. Eine Auszeit von der Arbeit ist förmlich Pflicht. Allzu vorschnell sollten Arbeitnehmer ihre Flüge jedoch nicht buchen. Zwar dürfen sie grundsätzlich den Zeitpunkt ihres Urlaubs frei wählen. Der Arbeitgeber ist auch verpflichtet, die jeweiligen Wünsche seiner Mitarbeiter zu berücksichtigen. Stehen den Urlaubsplänen jedoch zwingende betriebliche Gründe entgegen, ist der Arbeitgeber berechtigt, die Urlaubsbewilligung zu verweigern. Das ist z.B. dann der Fall, wenn der Betrieb wegen zahlreicher Krankheitsfälle unterbesetzt ist, eine Inventur ansteht oder ein wichtiger Großauftrag abgearbeitet werden muss. Neben betrieblichen Belangen ist der Arbeitgeber zudem verpflichtet, die Urlaubswünsche anderer Mitarbeiter zu berücksichtigen. Diese können unter sozialen Gesichtspunkten tatsächlich Vorrang haben. Arbeitnehmer mit Kindern sind auf die Schulferien angewiesen, da nur in diesem Zeitraum ein gemeinsamer Familienurlaub möglich ist. Urlaubsanträge von Arbeitnehmern mit schulpflichtigen Kindern sind daher in dieser Zeit vorrangig zu berücksichtigen. Das bedeutet aber nicht, dass kinderlose Arbeitnehmer niemals in Ferienzeiten Urlaub nehmen können. Ein durchschlagskräftiges Argument wäre, wenn sich der Lebenspartner in Urlaubspläne bei seinem Arbeitgeber verbindlich eintragen muss, sein Urlaub feststeht und ein gemeinsamer Urlaub daher zwingend zu einem bestimmten Zeitpunkt gemacht werden muss. Insoweit muss eine Abwägung vorgenommen werden. Lenkt der Arbeitgeber trotzdem nicht ein, müsste notfalls geklagt werden. Scheitert die Klage, müssen die Stornierungskosten für die Reise leider durch den Arbeitnehmer getragen werden. Denn erst wenn der Urlaubswunsch durch den Arbeitgeber genehmigt oder gerichtlich durchgesetzt wurde, kann der Urlaub unbedenklich angetreten werden.