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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Urlaubsantrag

Ich habe Urlaub beantragt. Mein Chef hat diesen aber verweigert. In den Sommerferien hätten also die Interessen meiner Kollegen mit Familie Vorrang. Ich finde das ungerecht. Darf er sie so einfach bevorzugen?

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Der Strand ruft, die Sonne scheint, die Urlaubslaune steigt. Urlaub ist also nur noch eine Frage der Zeit. Umso bitterer ist es dann, wenn der Arbeitgeber der Urlaubsplanung plötzlich einen Riegel vorschiebt. Er ist zwar grundsätzlich verpflichtet, die Wünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen. Stehen jedoch besonders wichtige Gründe diesen Wünschen entgegen, darf der Arbeitgeber die Urlaubsbewilligung verweigern. In Betracht kommen hierbei vor allem zwingende betriebliche Belange, wie z.B. die Unterbesetzung des Betriebs wegen vieler Krankheitsausfälle, eine anstehende Inventur oder auch ein abzuarbeitender Großauftrag. Bei der Bewilligung von Urlaub sind aber nicht nur betriebliche Belange, sondern auch die Urlaubwünsche anderer Arbeitnehmer zu berücksichtigen. Im Einzelfall können daher Kollegen insbesondere aus familiären Gründen durchaus bevorzugt werden. So werden während der Schulferien Urlaubsanträge von Arbeitnehmern mit schulpflichtigen Kindern in der Regel vorrangig berücksichtigt als die von kinderlosen Arbeitnehmern. Das heißt aber nicht, dass kinderlose Arbeitnehmer niemals in Ferienzeiten Urlaub nehmen dürfen. Haben sie bereits mehrere Jahre hintereinander in dieser Zeit zurückgesteckt, können sie ebenso berechtigt sein, Urlaub zu nehmen, wie ihre Kollegen mit Familien. Notfalls müsste geklagt werden. Ob es das wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Zumindest besteht die Gefahr, dass nicht nur das Verhältnis zum Arbeitgeber belastetet wird, sondern auch das Verhältnis zu den Kollegen, die mit ihren Kindern zurückstecken müssten.