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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Urlaubsabgeltungsanspruch bei Kündigung

Ich wurde gekündigt. Mein Arbeitsverhältnis endet aber erst im nächsten Jahr. Kann mein Chef mich anweisen, meinen Urlaub jetzt sofort zu nehmen, damit er mich bis zum Ende freistellen kann?

Normalerweise entscheidet der Arbeitnehmer, wann er Urlaub haben möchte. Der Arbeitgeber hat eine mehr passive Rolle und muss den Urlaub genehmigen, sofern nicht dringende betriebliche Interessen oder die Interessen anderer schutzwürdigerer Mitarbeiter entgegenstehen. Allerdings kann der Arbeitgeber Urlaub anweisen, wenn das Arbeitsverhältnis gekündigt wurde. Im noch laufenden Jahr ist das unproblematisch, sodass der Urlaub quasi verfällt. Anders verhält es sich mit dem Urlaub des noch bevorstehenden Jahres. Der Urlaubsanspruch ist noch gar nicht entstanden. Daher kann der Arbeitgeber diese Urlaubstage nicht mit den Arbeitstagen des kommenden Jahres verrechnen. Erklärt nun der Arbeitgeber, dass der Arbeitnehmer widerruflich bis zum Ablauf des Arbeitsverhältnisses freigestellt ist, so besteht ein Anspruch auf Urlaubsabgeltung. Wird gegen die Kündigung geklagt, ist es durchaus üblich, sich im Wege des Vergleichs auf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses gegen Zahlung einer Abfindung zu einigen. Was den Urlaub angeht, so ist Wachsamkeit geboten. Häufig wird gleich mit geregelt, dass der Urlaub mit der Freistellung komplett abgegolten ist. Fehlt eine solche Regelung jedoch und enthält der Vergleich einen Passus, dass das Arbeitsverhältnis bis zur Beendigung ordnungsgemäß abgerechnet wird, ist die Urlaubsabgeltung davon mitumfasst. Sollte die ordnungsgemäße Gehaltsabrechnung nicht zur Auszahlung der Urlaubsabgeltung führen, müsste der Ex-Arbeitgeber angeschrieben und notfalls verklagt werden, wenn nicht gezahlt wird. Anders stellt sich die Situation dar, wenn der Arbeitnehmer zwischenzeitlich erkrankt. Dann kann der Urlaub nicht mit einer Freistellung verrechnet werden. Verweigert der Arbeitgeber im Ergebnis die Urlausabgeltung, muss sorgfältig geprüft werden, ob dagegen (erfolgreich) vorgegangen werden kann.