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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Urlaub wegen Krankheit des Kindes

Mein fünfjähriger Sohn ist letzte Woche für drei Tage erkrankt. Ich bin zu Hause geblieben, um mich um ihn zu kümmern. Mein Chef war damit einverstanden, weigert sich jetzt aber, mir für diese drei Tage Gehalt zu zahlen. Ist das rechtens?

Die Nase läuft, der Husten macht sich lautstark bemerkbar, das Fieber steigt. Ist das eigene Kind krank, stellt sich für viele berufstätige Eltern die Frage, ob sie nun bezahlt zu Hause bleiben dürfen oder nicht. Eine einheitliche Regelung gibt es hierzu zunächst nicht. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch darf aber der Arbeitnehmer unter Weiterzahlung seines Gehalts in bestimmten Notfällen der Arbeit fernbleiben. Das gilt z.B. bei Todesfällen im engeren Familienkreis, bei der eigenen Hochzeit oder eben bei der Krankheit eines Kindes. Wie lange der Arbeitnehmer hingegen fernbleiben darf, ist nicht ausdrücklich geregelt. Allgemein werden jedoch fünf Tage für zulässig erachtet. Voraussetzung ist aber, dass das Kind nicht älter als acht ist und kein anderer, wie z.B. die Oma oder eine anderer vertrauter Babysitter, auf den Nachwuchs aufpassen kann. Weiter zu beachten ist außerdem, dass diese gesetzliche Regelung durch einen Arbeits- oder Tarifvertrag ausgeschlossen werden kann. Einen weiteren Ausweg gibt es dann nur noch für gesetzlich Versicherte. Diese können bei ihrer Krankenkasse ein verkürztes Kinderkrankengeld beantragen. In diesem Falle darf ein Elternteil bis zu zehn Tage mit seinem kranken Kind zu Hause bleiben. Bei Alleinerziehenden sind es sogar 20 Tage. Bedingung ist aber auch hier, dass das Kind nicht älter als zwölf Jahr alt ist, keine andere Person sich um das Kind kümmern kann und eine Krankheitsbescheinigung des Arztes vorliegt. Liegen diese drei Voraussetzungen vor, darf man als Elternteil beruhigt zu Hause bleiben. Das volle Gehalt gibt es aber nicht.