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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Urlaub und Kündigung

Mein Chef hat mir bereits vor Monaten meinen Sommerurlaub bewilligt. Jetzt habe ich gekündigt und mein Chef verlangt, dass ich bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses arbeite. Darf er mir meinen Urlaub streichen?

Ob gekündigt oder nicht: Ein genehmigter Urlaub kann grundsätzlich nicht wieder zurückgenommen werden. Auch wenn das Arbeitsverhältnis bald ein Ende findet, der Erholungsbedarf des Arbeitnehmers bleibt bestehen. Ist der Urlaub genehmigt und bereits geplant, muss man sich darauf verlassen können, dass der Urlaub ohne Bedenken angetreten werden kann. Eine Kündigung ändert hieran zunächst nichts. Nur in absoluten Ausnahmefällen kann der Arbeitgeber einen abgesegneten Urlaub wieder absagen. Das ist z.B. dann möglich, wenn im Betrieb ein unerwartetes Problem auftaucht, das nicht nur ein erhebliches Risiko für den Arbeitgeber darstellt, sondern darüber hinaus nur von dem fraglichen Arbeitnehmer gelöst werden kann. Normalerweise liegt ein solcher Fall jedoch nicht vor. Ist ein solcher Notfall nicht gegeben, muss der Arbeitgeber seinen Mitarbeiter in den Urlaub ziehen lassen. Arbeitnehmer können also aufatmen. Wer allerdings gekündigt hat, muss trotzdem beachten, dass sich die Höhe seines Urlaubsanspruchs ändern kann. Scheidet ein Arbeitnehmer aus dem Betrieb aus, kann sich der Urlaub anteilig verringern. Das macht durchaus Sinn. Wer eher geht, braucht schließlich weniger Erholung. Nur wenn der Arbeitnehmer nach Ablauf des ersten Halbjahres den Betrieb verlässt, steht ihm der volle Urlaubsanspruch zu. Geht er hingegen vor dem 30. Juni, steht ihm nur anteiliger Urlaub zu. Ausscheidende Arbeitnehmer müssten daher damit rechnen, dass der Arbeitgeber die Anzahl der Urlaubstage nochmal anpasst. Häufig fällt das aber nicht auf. Wenn aber doch, muss anderweitig nach einer Lösung gesucht werden. Als Alternative könnte stattdessen unbezahlter Urlaub genommen werden. Ob das in Frage kommt, muss jedoch jeder für sich selbst entscheiden. Und der Arbeitgeber muss mitspielen.