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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Urlaub und Krankheit

Ich habe mir vor einiger Zeit Urlaub genommen. Gleich am ersten Tag habe ich mir eine schwere Grippe zugezogen. Genießen konnte ich meinen Urlaub nicht mehr. Kann ich ihn wenigstens nachholen oder verfällt er trotz Krankheit?

Ob am Strand, in den Bergen oder zu Hause in der Stadt - jeder Arbeitnehmer freut sich auf seinen wohlverdienten Jahresurlaub. Umso ärgerlicher ist es dann, wenn man während des Urlaubs plötzlich erkrankt. An Stelle der erhofften Erholung treten Arztbesuche und Schonung. Auch wenn die Enttäuschung über den verpassten Urlaub groß ist, allzu traurig muss der kranke Arbeitnehmer nicht sein. Kann er nämlich seine Arbeitsunfähigkeit durch ein ärztliches Attest nachweisen, werden ihm seine Krankheitstage nicht auf den Jahresurlaub angerechnet. Das bedeutet, dass die genommenen Urlaubstage nicht verfallen, sondern in voller Höhe der Krankheitstage bestehen bleiben. Wer seinen Urlaub gar nicht erst antreten konnte, muss sich ebenfalls keine Gedanken machen. Erkrankt der Arbeitnehmer bereits vor Beginn des Urlaubs, ist dieser ebenfalls nicht verloren und kann daher mit dem Arbeitgeber neu festgelegt werden. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wichtig ist aber, dass der Arbeitgeber schnellst möglichst informiert wird. Nur wenn ihm das ärztliche Attest vorliegt, können die Krankentage aus dem Urlaub gestrichen werden. Das Attest sollte daher am besten bereits am ersten und nicht wie sonst spätestens nach dem dritten Tag der Krankschreibung eingereicht werden. Doch selbst wenn die Krankheitstage nicht angerechnet werden, heißt das nicht, dass der Arbeitnehmer seinen Urlaub eigenmächtig verlängern darf. Er muss vielmehr wie gewohnt nach Urlaubsende zur Arbeit erscheinen und neu den Urlaub beantragen. Etwas anderes gilt nur, wenn der Arbeitnehmer länger krank ist, als sein Urlaub ursprünglich geplant war oder der Arbeitgeber die Urlaubsverlängerung ausdrücklich genehmigt hatte. Bleibt der Arbeitnehmer unerlaubt im Urlaub, riskiert er eine Abmahnung, im schlimmsten Falle sogar die Kündigung.