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Kanzlei Dr. Krenz

Rechtsanwalt | Fachanwalt für Arbeitsrecht

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Urlaub im neuen Jahr

Letzte Woche kam ein Mitarbeiter in mein Büro und wollte seinen Resturlaub aus dem letzten Jahr nehmen. Muss ich ihn bewilligen? Wie ist die Rechtslage?

Das Jahr ist neu, die Frage alt. Was passiert mit dem Resturlaub aus dem letzten Jahr? Ein Großauftrag in letzter Minute, die Vertretung plötzlich erkrankter Kollegen - welche Gründe auch schuld sein mögen, nicht jedem Arbeitnehmer gelingt es, seinen Urlaub rechtzeitig zu nehmen. Die Grundaussage zu diesem Dauerbrenner lautet: Prinzipiell müssen nach den Vorgaben des Bundesurlaubgesetzes alle Urlaubstage im jeweils laufenden Kalenderjahr genommen werden. Geschieht das nicht, entfällt der Urlaub ersatzlos. Etwas anderes gilt nur, wenn der Arbeitnehmer aufgrund von dringenden betrieblichen oder persönlichen Gründen nicht in der Lage war, seinen Urlaub zu nehmen. Liegt ein solcher Grund vor, wird der Urlaubsanspruch ausnahmsweise von Gesetzes wegen automatisch in das neue Jahr übertragen. Die Übertragung lässt jedoch keine unbegrenzte spätere Inanspruchnahme des Urlaubs zu. Selbst in diesem Fall müssen die Urlaubstage spätestens bis zum 31. März des Folgejahres genommen werden, ansonsten verfallen sie endgültig. Die Frage des Verfalls von Urlaub bei Langzeiterkrankungen ist ein Ausnahmefall und führt dazu, dass der Urlaub sogar noch ein Jahr später genommen werden kann. Zu beachten ist das häufig ungeschriebene Gesetz in Unternehmen, dass Resturlaub ins nächste Jahr „mitgenommen“ werden kann. Der Chef billigt diese Praxis somit stillschweigend oder es gibt ausnahmsweise sogar eine vertragliche Regelung. Jeder Arbeitnehmer ist aber gut beraten, seinen Urlaub rechtzeitig zu planen und sich ein paar erholsame Wochen zu gönnen, bevor es am Jahresende knapp wird und der Urlaub im schlimmsten Falle verfällt. Ein guter Vorsatz fürs neue Jahr wäre das allemal.