Foto vom Brandenburger Tor

Kanzlei Dr. Krenz

Rechtsanwalt | Fachanwalt für Arbeitsrecht

Mainzer Str. 17 (am Bundesplatz)
10715 Berlin - Wilmersdorf

☎ 030 / 29 36 901 - 0
✉ buero@krenz-kanzlei.de

Auguste-Viktoria-Allee 4 (am Flughafen Tegel)
13403 Berlin - Reinickendorf

Kompetenz • Seriosität • Qualität

Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Überwachung von Arbeitnehmern

Unser Chef kontrolliert uns seit neustem bei jeder Gelegenheit. Er will herausfinden, ob wir tatsächlich arbeiten oder Arbeitszeit privat nutzen. Das stört massiv und wir fühlen uns belästigt. Müssen wir das hinnehmen?

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. So sieht es zumindest aus mancher Arbeitgebersicht aus. Im Zeitalter der digitalen Ablenkung wollen viele Chefs überprüfen, ob sich ihre Mitarbeiter während der Arbeitszeit tatsächlich den Arbeitsaufgaben widmen oder sich lieber privat vergnügen. Dieses Recht steht ihnen im bestimmten Umfang auch zu. Arbeitsergebnisse könnten schließlich ansonsten nicht kontrolliert werden. Wichtig ist aber, dass dabei Regeln eingehalten werden. Kontrollen dürfen nämlich nicht dazu führen, dass Arbeitnehmer in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt werden. Ein permanentes Überwachungsrecht steht dem Arbeitgeber daher nicht zu. Besonders der Einsatz von Videokameras ist nur in sehr engen Grenzen zulässig. Ideal ist es, wenn es einen Betriebsrat gibt. Der kann dem Treiben des Arbeitgebers nämlich ein Ende setzen, da ihm ein Mitbestimmungsrecht bei dem Einsatz von Videokameras zusteht. Schwieriger sieht es bei dem Einsehen von E-Mails aus. Soweit es sich um dienstliche Nachrichten handelt, darf der Chef bei Bedarf jederzeit auf sie zugreifen. Private E-Mails sind hingegen tabu. Das minutiöse Aufschreiben der geleisteten Arbeit ist dagegen zulässig. Übrigens kann der Arbeitgeber auch Detektive beauftragen, um die Arbeit zu überwachen. Fühlen sich Mitarbeiter durch solche Maßnahmen verständlicherweise belästigt, ist es ratsam, das Gespräch zu suchen und den Chef nach dem Grund zu fragen. So kann vielleicht gemeinsam eine Lösung gefunden werden. Oder es wird ein Betriebsrat gewählt, der dem Chef Paroli bieten soll.