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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Teilzeit

Ich habe aus privaten Gründen Teilzeit beantragt. Mein Chef lehnt meinen Antrag mit der Begründung ab, dass das in seinem Betrieb nicht vorkommt. Wie ist die Rechtslage?

Nicht jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf Teilzeit. Voraussetzung ist, dass das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate besteht und dass in der Firma mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigt werden. Sind beide Voraussetzungen erfüllt, kann jeder Arbeitnehmer einen Antrag auf Teilzeit stellen. Allerdings ist Vorsicht geboten: Bei Stattgabe des Antrags verringert sich die Arbeitszeit dauerhaft! Eine nur vorübergehende Verkürzungsmöglichkeit gewährt der gesetzliche Teilzeitanspruch nicht. Die gewünschte Reduzierung der Arbeitszeit ist dem Arbeitgeber spätestens drei Monate vor dem beabsichtigten Beginn mitzuteilen. Dabei soll zugleich die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Wochentage mitbeantragt werden. Prinzipiell muss der Arbeitgeber dem Antrag zustimmen, es sei denn, betriebliche Gründe sprechen dagegen. So kann der Arbeitgeber seine Zustimmung verweigern, wenn die Verringerung unverhältnismäßig hohe Kosten verursacht oder die Sicherheit, die Organisation oder der Arbeitsablauf erheblich gefährdet ist. Eine pauschale Ablehnung mit der Begründung, dass es bislang keine Teilzeit gibt, ist unzulässig. Lehnt der Arbeitgeber den Antrag nicht spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn schriftlich ab, verringert sich die Arbeitszeit in dem gewünschten Umfang. Die Zustimmung gilt dann als erteilt. Verweigert der Arbeitgeber die Zustimmung rechtzeitig, egal ob begründet oder nicht, muss Klage auf Ersetzung der Zustimmung erhoben werden.