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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Tarifvertrag - Unkündbarkeitsklausel

Ich bin demnächst seit fünfzehn Jahren beim selben Unternehmen beschäftigt. Laut Tarifvertrag wäre ich dann unkündbar. Bin ich dadurch wirklich vor jeder Kündigung geschützt?

Kein Arbeitnehmer ist unkündbar – trotz vermeintlicher „Unkündbarkeitsregelungen“. Vereinzelt sehen Tarifverträge zwar vor, dass Arbeitnehmer ab einer bestimmten Betriebszugehörigkeit und einem bestimmten Lebensalter nicht mehr ordentlich gekündigt werden können. Wer sich damit jedoch in absoluter Sicherheit wähnt, unterliegt leider einem Irrtum. Entgegen dem eigentlichen Verständnis sind Arbeitnehmer, die mit einem solch weitgehenden Kündigungsschutz ausgestattet sind, keineswegs vor allen Kündigungen sicher. Nur weil die ordentliche Kündigung ausgeschlossen ist, bedeutet das nämlich nicht, dass der Arbeitgeber gar nicht mehr kündigen darf. Sein Recht zur fristlosen Kündigung bleibt immer bestehen. Allerdings bestehen dabei besonders hohe Anforderungen. In der Regel kommen als außerordentliche Kündigungsgründe nur Straftaten oder schwerwiegende Arbeitsvertragsverletzungen in Betracht. Krankheitskündigungen und in der Regel auch betriebsbedingte Kündigung sind dagegen nicht mehr möglich. Nur im Falle der Betriebsstillegung sind an sich „unkündbare“ Arbeitsverhältnis zur Not trotzdem kündbar. Wenn der Betrieb geschlossen wird, dann müssen alle Arbeitnehmer gehen. Diese Kündigung wird als außerordentliche Kündigung mit „sozialer Auslauffrist“ bezeichnet. Diese Frist entspricht der Frist, die alternativ bei einer fristgemäßen Kündigung einzuhalten wäre. Allzu viel Sorgen muss sich jedoch kein Arbeitnehmer machen, der mit diesem weitgehenden Kündigungsschutz ausgestattet ist. Ohne „Unkündbarkeit“ lebt und arbeitet es sich wesentlich risikoreicher.