Foto vom Brandenburger Tor

Kanzlei Dr. Krenz

Rechtsanwalt | Fachanwalt für Arbeitsrecht

Mainzer Str. 17 (am Bundesplatz)
10715 Berlin - Wilmersdorf

☎ 030 / 29 36 901 - 0
✉ buero@krenz-kanzlei.de

Auguste-Viktoria-Allee 4 (am Flughafen Tegel)
13403 Berlin - Reinickendorf

Kompetenz • Seriosität • Qualität

Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Streik und Zuspätkommen

Bei der Bahn wird schon wieder gestreikt. Ich habe keine Ahnung, wie ich es pünktlich zur Arbeit schaffen soll. Beim letzten Streik habe ich schon eine Abmahnung erhalten. Ich kann doch nichts dafür. Ist das rechtens?

Überfüllte U-Bahnen, zu spät kommende Busse und Autos im Stau - das ist mittlerweile fast schon Alltag. Steht die S-Bahn wegen eines Streiks mal wieder still, gelingt es nicht jedem Arbeitnehmer, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen. Zahlreiche Mitarbeiter kommen zu spät. Das ist zwar bei der schwierigen Verkehrslage verständlich, arbeitsrechtlich unproblematisch ist das leider nicht. Denn selbst bei einem Streik ist Zuspätkommen keine Alternative. Zu den Pflichten jedes Arbeitnehmers gehört es nämlich, alles ihm Zumutbare zu tun, um rechtzeitig an seinem Arbeitsplatz zu erscheinen. Er trägt das sogenannte Wegerisiko. Wie der Arbeitnehmer also von zu Hause zu seiner Arbeitsstätte gelangt, ist ausschließlich seine Sache. Streik hin oder her. Etwaige Schwierigkeiten muss er vorher sorgfältig einkalkulieren und notfalls entsprechende geeignete Vorkehrungen treffen, z.B. mit dem Auto fahren oder sich durch einen Kollegen zur Arbeit mitnehmen lassen. Im Falle eines Streiks ist es dringend angeraten, wesentlich früher loszufahren, um rechtzeitig in der Firma anzukommen. Wer trotzdem zu spät kommt, erhält für die ausgefallene Zeit kein Gehalt oder muss die Zeit nacharbeiten. Außerdem droht eine Abmahnung, deren Ausspruch rechtmäßig wäre. Wer Unstimmigkeiten und arbeitsrechtliche Probleme vermeiden möchte, sollte seinen Vorgesetzten über die (streikbedingten) Schwierigkeiten, rechtzeitig zur Arbeit zu erscheinen, informieren. Meistens wird das ausreichen. Hat der Chef jedoch trotzdem kein Verständnis für die missliche Situation, droht die Abmahnung. Wer nicht aufs Abstellgleis geschoben werden möchte, sollte sich also unbedingt um Pünktlichkeit bemühen. Sollte ansonsten wirklich gar nichts mehr helfen, bleibt als letzte Option immer noch, Urlaub zu nehmen oder Überstunden abzubummeln. Dann werden alle Probleme vermieden und es droht keine weitere Abmahnung.