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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Ständige Erreichbarkeit im Urlaub

Ich fahre nächste Woche in den Urlaub. Mein Chef will, dass ich mein Diensthandy mitnehme, damit ich trotz Abwesenheit ständig erreichbar bin. Ich finde das unmöglich. Mein Urlaub gehört mir oder etwa nicht? Was sagt die Rechtslage?

Der Urlaub ist den Deutschen heilig. Ob am Strand auf Mallorca, im Wohnwagen an der Ostsee, im Zelt in den Alpen oder zu Hause auf dem Balkon - nichts soll die wohlverdiente Ruhepause von der Arbeit stören. Umso ärgerlicher ist es, wenn der Chef diesen Plan durchkreuzen will. Viele Arbeitgeber fordern von ihren Mitarbeitern auch im Urlaub ständige Erreichbarkeit. Das ist für sie selbstverständlich. Erlaubt ist es jedoch nicht. Fest steht: Jeder Arbeitnehmer hat einen gesetzlichen Anspruch auf Urlaub. Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, ihre Mitarbeiter für mindestens vier Wochen von der Arbeit freizustellen. Diese Zeit dient in erster Linie der Erholung. Das höchste deutsche Arbeitsgericht hatte dazu vor Jahren ausgeführt, dass es dem Arbeitnehmer in seiner Urlaubszeit uneingeschränkt möglich sein muss, seine Freizeit eigenständig zu gestalten. Das ist jedoch nicht möglich, wenn er jederzeit damit rechnen muss, zur Arbeit abberufen zu werden. Der Erholungszweck gehe bei einer solchen Regelung fehl. Die Rechtslage ist also eindeutig. Eine ständige Erreichbarkeit können Arbeitgeber grundsätzlich nicht fordern. Etwas anderes könnte sich allenfalls dann ergeben, wenn hierzu eine vertragliche Absprache getroffen wurde. Das ist zwar grundsätzlich möglich, allerdings nur in sehr engen Grenzen. Das gilt im Übrigen auch für Führungskräfte. Auch sie dürfen ihren Urlaub genießen, ohne die ganze Zeit erreichbar zu sein. Urlaubfans können demnach unbesorgt ihre Koffer packen. Im Normalfall darf das Arbeitshandy ausgeschaltet bleiben. Das gleiche gilt für E-Mails oder Kurznachrichten. Sie können getrost ignoriert werden. Eine böse Überraschung bei der Rückkehr müssen Arbeitnehmer nicht befürchten. Eine Abmahnung oder gar eine Kündigung hätte vor Gericht keine Chance. Einem entspannten Urlaub ohne Arbeit steht also nichts mehr im Wege.