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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Schwangerschaft geht vor Kündigung

Ich wurde letzte Woche gekündigt. Nun habe ich erfahren, dass ich seit zwei Wochen schwanger bin. Jetzt weiß ich nicht was ich tun soll. Mein Chef weiß von nichts. Welche Rechte habe ich?

Es gibt gute und es gibt schlechte Neuigkeiten. Die Schwangerschaft ist meistens eine gute Nachricht, die Kündigung hingegen nicht. Anders sieht es jedoch aus, wenn beides aufeinandertrifft. Alle Arbeitnehmerinnen unterliegen nämlich aufgrund der Schwangerschaft einem besonderen Kündigungsschutzverbot. Vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung ist eine Kündigung faktisch so gut wie ausgeschlossen. Ob die Schwangerschaft zum Zeitpunkt der Kündigung bekannt war oder nicht, spielt dabei erst mal keine Rolle. Entscheidend ist nur, dass die Schwangerschaft beim Zugang der Kündigung bereits bestanden hat. Dann greift der Kündigungsschutz ein. Stellt der Arzt fest, dass die Schwangerschaft vor der Kündigung eintrat, muss sich der Arbeitgeber daran halten, mögen die Zweifel an der Richtigkeit noch so groß sein. Im Arbeitsrecht ist das ärztliche Attest über nahezu jeden Zweifel erhaben. Unbedingt erforderlich, ist, dass die schwangere Arbeitnehmerin ihren Arbeitgeber umgehend über die Schwangerschaft informiert. Der besondere Kündigungsschutz kann nämlich nur dann eingreifen, wenn der Arbeitgeber von der Schwangerschaft Kenntnis hat oder sie ihm spätestens innerhalb von zwei Wochen nach Zugang der Kündigung mitgeteilt wurde. Arbeitnehmerinnen sollten daher möglichst schnell handeln. Das gilt selbst dann, wenn sie nicht in den Betrieb zurückkehren wollen. Die meisten Fälle enden mit einem Vergleich. Bei einer Schwangerschaft ist die Kündigung aus den genannten Gründen offensichtlich unwirksam, sodass die Verhandlungsposition der Arbeitnehmerin vor Gericht ausgesprochen gut ist. Durch geschicktes Verhandeln ist eine hohe Abfindung verhandelbar. Alternativ ist eine Rückkehr auf den Arbeitsplatz garantiert.