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Kanzlei Dr. Krenz

Rechtsanwalt | Fachanwalt für Arbeitsrecht

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Scheinselbstständigkeit

Ich bin seit drei Jahren selbstständig, habe jedoch nur einen Auftraggeber. Ein Freund erwähnte beiläufig, dass ich möglicherweise scheinselbstständig bin. Kann das stimmen?

Schein oder nicht Schein – das ist hier die Frage. Das Problem der Scheinselbstständigkeit ist in der Arbeitswelt leider nicht so präsent, wie es eigentlich sein sollte. Ob als Dienstleister, als Grafikdesigner im Verlag oder als Arzt auf Honorarbasis im Krankenhaus. Viele Scheinselbstständige sind in Wirklichkeit angestellte Arbeitnehmer und wissen es gar nicht. Von einer Scheinselbstständigkeit spricht man, wenn ein Auftragnehmer zwar als selbstständig bezeichnet wird, er aber tatsächlich wie ein normaler Mitarbeiter für seinen Auftraggeber tätig ist. Wie der Begriff bereits erahnen lässt, sind sie nur zum Schein selbstständig und arbeiten von Art und Umfang in Wahrheit wie alle anderen Arbeitnehmer auch. Wann allerdings genau eine Scheinselbstständigkeit vorliegt, lässt sich nicht leicht beantworten. Typische Anzeichen hierfür sind zum Beispiel die verbindliche Vorgabe, feste Arbeitszeiten einzuhalten, alle Weisungen des Auftraggebers Folge zu leisten, ihm regelmäßig Berichte zukommen zu lassen oder sogar zwingend seine Räume zu benutzen. Scheinselbstständige sind in der Regel komplett in die Arbeitsorganisation ihres Auftraggebers eingebunden und können dessen Weisungen kaum widersprechen. Werden sie trotzdem wie Selbstständige behandelt, kann das insbesondere für den Auftraggeber weitreichende Folgen haben. Besonders hinsichtlich der nicht gezahlten Sozialversicherungsbeiträge droht Ärger in Form von hohen Nachzahlungen. Für ihn kommt außerdem hinzu, dass der Auftragnehmer zukünftig als Arbeitnehmer zu behandeln ist – mit allen ihm zustehenden Rechten und Pflichten, also Urlaub, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und Kündigungsschutz. Wer demnach lieber klare Verhältnisse schaffen will, kann bei der deutschen Rentenversicherung seinen Status überprüfen lassen. Sicher ist sicher.