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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Sabbatjahr

Ich möchte mir für ein Jahr Auszeit nehmen. Ein Freund hat mir nun ein Sabbatical vorgeschlagen. Ich weiß jedoch gar nicht, was das ist. Käme das für eine Auszeit in Frage? Was müsste ich hierbei berücksichtigen?

Gründe für eine Auszeit gibt es viele: Der Drang nach Neuorientierung, eine berufliche Weiterbildung, zu viel Stress oder ein drohender Burnout. Immer mehr Arbeitnehmer verspüren das Bedürfnis nach einer Auszeit und legen daher ein, neudeutsch formuliert, sogenanntes Sabbatical oder Sabbatjahr ein. Insgesamt kommen drei Möglichkeiten in Betracht: Zunächst kann der Arbeitnehmer unbezahlten Urlaub nehmen. Diese Lösung geht zwar schnell, bedeutet aber auch, dass es weder Gehalt noch Sozialversicherungsbeiträge vom Arbeitgeber gibt. Das Arbeitsverhältnis ruht. Eine andere Möglichkeit stellt ein Teilzeitmodell dar. In dieser Variante wird ein zeitlich befristeter Teilzeitvertrag geschlossen, wonach z.B. eine Vollzeitstelle für ein Jahr formal auf eine Teilzeitstelle reduziert wird, natürlich mit entsprechend geringerer Bezahlung. Tatsächlich arbeitet der Arbeitnehmer weiter in Vollzeit. Die anfallenden Mehrstunden werden somit angespart und können dann im Folgejahr als Sabbatjahr wieder abgebaut werden. Das Gehalt wird – wie zuvor – zur Hälfte weitergezahlt. Danach wird das Arbeitsverhältnis wie vor dem Sabbatjahr fortgeführt. Zuletzt kann der Arbeitnehmer auch für eine längere Zeit auf einen Teil seines Gehalts verzichten und Überstunden als Gehaltsguthaben ansparen, was später in der Sabbatphase ausgezahlt wird. Das kommt insbesondere bei kürzeren Auszeiten in Betracht. Die beiden letzten Modelle bedürfen damit zwar einer Vorlaufzeit, haben jedoch den Vorteil, dass im Sabbatjahr weder auf Gehalt noch auf Sozialversicherungsbeiträge verzichtet werden muss. Für was sich der Arbeitnehmer entscheidet, bleibt ihm überlassen. Einen gesetzlichen Anspruch hat er allerdings nicht. Der Arbeitgeber muss einem solchen Auszeitmodell nicht zustimmen. In der Regel stehen größere Unternehmen mit flexiblen Arbeitszeitmodellen wie dem Sabbatjahr ausgeschlossen gegenüber. Nachfragen lohnt sich aber in jedem Fall.