Foto vom Brandenburger Tor

Kanzlei Dr. Krenz

Rechtsanwälte | Fachanwalt für Arbeitsrecht

Mainzer Str. 17 (am Bundesplatz)
10715 Berlin - Wilmersdorf

☎ 030 / 29 36 901 - 0
✉ buero@krenz-kanzlei.de

Kompetenz • Seriosität • Qualität

Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Rufbereitschaft

Ich habe mich auf einen Job beworben, der unter anderem Rufbereitschaft vorsieht. Womit muss ich dabei rechnen? Kann ich den Dienst notfalls ablehnen?

Der Feierabend gehört den Arbeitnehmern. Freizeit ist Privatsache und geht den Arbeitgeber prinzipiell nichts an. Für die meisten Arbeitnehmer in Deutschland ist das selbstverständlich. Doch das gilt nicht für jeden. Wer schon mal in Rufbereitschaft gearbeitet hat, weiß, dass die Möglichkeit, seine Freizeit nach Lust und Laune zu gestalten, in dieser Zeit erheblich eingeschränkt wird. Bei einer Rufbereitschaft müssen Mitarbeiter nämlich damit rechnen, jederzeit zur Arbeit gerufen zu werden. Sie stehen für eine bestimmte Zeit, die außerhalb der normalen Arbeitszeit liegt, auf Abruf bereit. Ihren Aufenthaltsort dürfen sie dabei selbst bestimmen. Die Rufbereitschaft wird häufig mit dem sog. Bereitschaftsdienst verwechselt. Hier bestimmt der Arbeitgeber den Aufenthaltsort. Das ist meistens der Betrieb. Ein Arbeitnehmer, der Rufbereitschaft hat, kann hingegen frei entscheiden, wo er sich aufhalten möchte. Zu Hause, bei Freunden oder unterwegs, ihm sind insoweit keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass er - falls der Anruf kommt - unverzüglich seine Arbeit aufnehmen kann. Bei Rufbereitschaft handelt es sich nicht um Arbeitszeit. Mit dem tatsächlichen Einsatz wird die Ruhezeit unterbrochen. Erst dann handelt es sich um Arbeitszeit. Nur der Einsatz (in der Regel inklusive Fahrzeit) gilt damit als Arbeitszeit und muss vergütet werden. Kommt es zu einem Einsatz, muss zudem die gesetzliche Ruhezeit von elf Stunden eingehalten werden. Erst dann darf wieder gearbeitet werden. Ob ein Arbeitnehmer Rufbereitschaft leisten muss oder nicht, bestimmt sich nach dem Arbeits- oder Tarifvertrag. Auch eine Betriebsvereinbarung kann eine Pflicht zur Rufbereitschaft regeln. Gibt es dagegen keine Regelung, ist der Arbeitnehmer nicht zur Rufbereitschaft verpflichtet. Nur in diesem Fall darf eine Einteilung zur Rufbereitschaft angelehnt werden.