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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Probezeit und Wartezeit

Mein neuer Kollege ist gekündigt worden, obwohl er die Probezeit bestanden hatte. Die Kündigung ist mit Hinweis auf eine Wartezeit ausgesprochen worden. Was ist das und ist die Kündigung rechtens?

In den meisten Arbeitsverträgen ist eine Probezeit von sechs Monaten vereinbart. In dieser Zeit steht der Arbeitnehmer unter besonderer Beobachtung. Missfällt dem Arbeitgeber die Art und Weise, wie der neue Mitarbeiter arbeitet, kann er ihn leichter kündigen. Eine Verlängerung der Probezeit, über sechs Monate hinaus, ist dagegen nicht möglich. Entgegen der weit verbreiteten Meinung liegt der Grund für die erleichterte Kündigungsmöglichkeit jedoch nicht im Umstand der Probezeit begründet. Vielmehr kommt es auf die sog. Wartezeit an. Die Probezeit führt lediglich dazu, dass der Arbeitgeber mit einer verkürzten Kündigungsfrist, nämlich von 14 Tagen, anstatt von vier Wochen zum Fünfzehenten oder zum Monatsende, kündigen kann. Die gesetzliche vorgeschriebene Wartezeit beträgt ebenfalls maximal sechs Monate. Erst nach Ablauf dieser sechs Monate genießt ein Arbeitnehmer Kündigungsschutz. D.h. nach sechs Monaten muss der Arbeitgeber einen Grund für die Kündigung haben, den er auch nachweisen muss. In den ersten sechs Monaten ist das nicht der Fall. Vereinfacht gesagt benötigt der Arbeitgeber keinen Kündigungsgrund. Das hat zur Folge, dass z.B. nach vier Monaten die Probezeit beendet werden kann, weil der Arbeitnehmer zunächst gut gearbeitet hat. Erfolgt dann ein erheblicher Leistungsausfall laufen aber noch die sechs Monate der Wartezeit. Wenn der Arbeitnehmer also nach dem Bestehen der (verkürzten) Probezeit keine guten Arbeitsleistungen mehr liefert, kann der Arbeitgeber im Hinblick auf die noch laufende Wartezeit ohne Probleme kündigen. Er kann zwar nicht mehr mit der kürzeren Kündigungsfrist der Probezeit kündigen. Da er sich aber erfolgreich von seinem Mitarbeiter trennen kann, ist das verschmerzbar. Erst nach Ablauf von sechs Monaten ist auch die Wartezeit überstanden. Danach wird es schwer für den Arbeitgeber, einen Arbeitnehmer zu kündigen.