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Kanzlei Dr. Krenz

Rechtsanwälte | Fachanwalt für Arbeitsrecht

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Pausen

Laut Arbeitsvertrag muss ich eine halbe Stunde Pause machen. Ich möchte aber lieber durcharbeiten und dafür abends eher nach Hause gehen. Mein Freund meint, dass das nicht geht. Stimmt das?

Die Familie genießen, mit Freunden treffen oder einfach nur die Beine hochlegen – nach einem anstrengenden Arbeitstag freut sich jeder auf den wohlverdienten Feierabend. Je eher desto besser. In der Praxis arbeiten daher manche Arbeitnehmer ohne Pause, um so früh wie möglich ihre Arbeit beenden zu können. Was vermeintlich gut überlegt scheint, ist aber unter rechtlichen Gesichtspunkten betrachtet sehr bedenklich. Für diejenigen Arbeitnehmer, die mehr als sechs Stunden arbeiten, sieht das hierfür maßgebliche Arbeitszeitgesetz nämlich mindestens 30 Minuten Pause vor. Bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden sind sogar 15 weitere Minuten zusätzlich vorgesehen und damit insgesamt 45 Minuten Pause festgeschrieben. Wie diese Vorgaben einhalten werden, bleibt Arbeitgeber und Arbeitnehmer überlassen. So muss die Pause nicht zwingend an einem Stück erfolgen, sondern kann auch in Zeitabschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden. Wichtig ist nur, dass die Auszeit überhaupt genommen wird, um damit nicht gegen das Arbeitszeitgesetz zu verstoßen. So arbeitswillig also auch manche Kollegen sind, übertreiben sollten sie es nicht. Der Arbeitgeber ist sogar dazu verpflichtet, allzu ehrgeizige Mitarbeiter von der Verletzung der Pausenvorgaben abzuhalten. Tut er das nicht, drohen ihm unangenehme Sanktionen von bis zu Geldbuße. Der Feierabend ist also weiterhin nach hinten zu verschieben. Letztendlich ist doch die Vorfreude die schönste Freude. Auf 30 Minuten mehr oder weniger kommt es dann auch nicht mehr an.