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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Mündliche Arbeitsverträge

Vor zwei Wochen habe ich mit meinem neuen Chef am Telefon einen befristeten Arbeitsvertrag vereinbart. Jetzt hat er es sich anders überlegt und meint, dass der Vertrag sowieso unwirksam sei. Stimmt das?

Arbeitsverträge müssen schriftlich geschlossen werden. Diese Ansicht ist in der Arbeitswelt weit verbreitet und für viele eine Selbstverständlichkeit. Stimmen tut diese Auffassung deswegen aber noch lange nicht. Tatsächlich ist ein mündlicher Arbeitsvertrag ebenso wirksam wie eine schriftliche Vereinbarung. Nur weil nichts auf dem Papier festgehalten wurde, heißt das nicht, dass kein Vertrag vorliegt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer steht es nämlich grundsätzlich frei, wie sie über die Form ihres Vertrages entscheiden. Zum Schutz des Arbeitnehmers müssten nach dem sog. Nachweisgesetz allerdings spätestens ein Monat nach Beginn des Arbeitsverhältnisses alle wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich festgehalten werden. Von dem Arbeitsvertrag ist die Befristungsabrede zu unterscheiden. Diese ist in der Tat nur wirksam, wenn sie spätestens bei der Arbeitsaufnahme des Arbeitnehmers schriftlich vorliegt. Wird sie nur mündlich oder später, nach Arbeitsbeginn, in einem schriftlichen Arbeitsvertrag festgehalten, ist die Befristungsabrede unwirksam. Das Schriftformerfordernis gilt aber nur für die Befristung, nicht für den gesamten Arbeitsvertrag. Wird eine Befristung mündlich vereinbart, ist nicht der gesamte Vertrag unwirksam, sondern nur die Befristungsabrede selbst. Der Arbeitnehmer kann sich dann freuen. Aus dem ursprünglich befristeten Vertrag ist ein unbefristeter Arbeitsvertrag geworden. Im vorliegenden Fall muss der Arbeitgeber daher in jedem Fall die Vergütung zahlen, denn der Arbeitsvertrag ist als unbefristeter Vertrag zustande gekommen.