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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Leiharbeitnehmer

Ich fange demnächst als Leiharbeitnehmer in einem Unternehmen an. Für mich ist das alles Neuland. Was muss ich als Leiharbeitnehmer beachten und vor allem, welche Rechte habe ich?

Das Modell der Leiharbeit gehört zu einem der am meisten diskutieren Themen in der Arbeitswelt. Besonders in der Presse ist es immer wieder Gegenstand ausführlicher Debatten. Bei der Leiharbeit wird ein Arbeitnehmer von einer Zeitarbeitsfirma für eine gewisse Zeit an Betriebe mit Personalbedarf vermittelt. Die „verliehenen“ Mitarbeiter arbeiten dann dort im Betrieb, bleiben aber weiterhin bei der Verleihfirma angestellt. Die Leihe darf von Gesetzes wegen nur vorübergehend erfolgen. Was darunter in zeitlicher Hinsicht genau zu verstehen ist, war lange unklar. In einem vom Bundesarbeitsgericht zu entscheidenden Fall wollte ein Arbeitgeber eine Leiharbeitnehmerin dauerhaft einsetzen. Der Betriebsrat verweigerte daraufhin seine Zustimmung. Das Gericht gab dem Betriebsrat Recht, da ein unbeschränkter Einsatz nicht gesetzeskonform ist. Eine zeitlich eindeutige Vorgabe lieferte das Gericht zwar nicht, jedoch stand damit schon mal fest, dass „vorübergehend“ nicht „dauerhaft“ bedeutet. Welche Arbeitskonditionen nun „vorübergehend“ für eine Leiharbeit erlaubt sind, regelt im Einzelnen das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz. Danach stehen Leiharbeitnehmern grundsätzlich dieselben Arbeitsbedingungen zu wie den festangestellten Mitarbeitern. Oftmals lassen aber Tarifverträge gerade in Bezug auf Arbeitsentgelte abweichende Regelungen zu. Auf Zeitarbeitsfirmen finden aus diesem Grund daher häufig Tarifverträge Anwendung. Dadurch kann es leider vorkommen, dass Leiharbeitnehmer doch weniger verdienen als Festangestellte. Neben denselben Arbeitsbedingungen haben Leiharbeitnehmer außerdem einen Anspruch auf die Nutzung von Gemeinschaftseinrichtungen, wie Kantinen oder Betriebskindergärten. Sogar Betriebsratswahlen stehen ihnen offen. Selber dafür zu kandidieren geht aber nicht. Ganz so gleich sind die Arbeitsbedingungen dann doch nicht sein.