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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Leiharbeit - neue Regeln

Ich beschäftigte in meinem Unternehmen mehrere Leiharbeitnehmer. Nun habe ich aber gehört, dass Leiharbeit demnächst nicht mehr zulässig sein ist. Stimmt das? Welche Änderungen kommen auf mich zu?

Das Jahr 2017 bringt einige Änderungen mit sich. Davon betroffen ist auch die Arbeitswelt. Insbesondere im Bereich der Leiharbeit kommen sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber weitreichende Neuerungen zu. Das Gerücht, dass Leiharbeit zukünftig verboten ist, stimmt jedoch nicht. Richtig ist nur, dass die Leiharbeit ab April 2017 engeren Grenzen unterworfen wird. Die wahrscheinlich wichtigste Änderung betrifft die erlaubte Höchstdauer der Leiharbeit. Bisher durften Leiharbeitnehmer nur vorübergehend vom Entleiher beschäftigt werden. Was in zeitlicher Hinsicht darunter zu verstehen war, sorgte lange für große Unsicherheit. Die Gesetzesänderung, die im April 2017 in Kraft tritt, wird nun endgültig für Klarheit sorgen. Leiharbeitnehmer können zukünftig nur noch bis zu einer Überlassungshöchstdauer von 18 Monaten beim Entleiher eingesetzt werden. Sollen sie nach Ablauf der Zeit weiter dort beschäftigt bleiben, müssen sie vom Entleiher übernommen werden. Eine kleine Hintertür hat der Gesetzgeber jedoch offengelassen: Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen können hiervon abweichende Regelungen beinhalten. Eine weitere wichtige Änderung betrifft zudem die Lohnzahlung. Ganz nach dem Motto „Gleiche Arbeit, gleicher Lohn“ sollen Zeitarbeiter zukünftig nach neun Monaten denselben Lohn wie das vergleichbare Stammpersonal erhalten. Eine abweichende Regelung ist nur im Tarifvertrag zulässig. Insgesamt lässt sich also festhalten, dass Arbeitgeber sich möglichst bald auf die Änderungen einstellen sollten. Arbeitgeber, die Tarifverträge für Leiharbeiter anwenden, haben dagegen nichts zu befürchten. In diesem Fall dürfte sich nichts ändern. Es bleibt also abzuwarten, ob die neuen gesetzlichen Regelungen tatsächlich so viel Neues bringen werden.