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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Kündigungszugang

Ich musste letzten Monat einen Mitarbeiter kündigen. Das Schreiben habe ich per Post verschickt. Mein Mitarbeiter meinte aber, er hätte nichts erhalten. Nun ist die Frist verstrichen. Kann ich mich trotzdem auf die Kündigung berufen?

Geh in Frieden, aber geh. Kommt der Arbeitgeber zu dem Schluss, dass die Zusammenarbeit nicht mehr passt, will er meistens nicht lange fackeln und den Arbeitnehmer kündigen. In der Praxis scheitert dieses Vorhaben manchmal schon an der Zustellung. Arbeitgeber können in diesem Fall nicht nachweisen, dass die Kündigung zugegangen ist. Wurde das Schreiben per Post verschickt, kann z.B. leicht behauptet werden, dass der Brief leer war oder gar nicht angekommen ist. Kann der Arbeitgeber das nicht widerlegen, zieht er den Kürzeren. Er trägt nämlich die volle Beweislast für den Zugang. Entscheidet er sich also für die Zustellung per Post, sollte die Kündigung zumindest per Einschreiben mit Rückschein zugestellt werden. Aber auch hier lauern Gefahren, wenn der Arbeitnehmer die Kündigung von der Post nicht abholt. Auf Nummer sicher geht man daher, wenn die Kündigung durch einen Boten überbracht wird. Der Einwurf in den Briefkasten reicht dabei aus. Es sollte sich dabei allerdings um eine vertrauenswürdige Person handeln, die notfalls in einem späteren Kündigungsschutzverfahren als Zeuge auftreten kann. Der Geschäftsführer scheidet somit als Bote aus, da er - wenn auch vertrauenswürdig - für sich selbst nicht als Zeuge aussagen kann. Geht die Kündigung nicht rechtzeitig zu, verlängert sich die Kündigungsfrist. Ganz sicher geht letztendlich immer noch der Arbeitgeber vor, der die Kündigung persönlich überreicht. Der Zugang ist dann sicher. Die direkte Konfrontation aber auch. Was wichtiger ist, muss jeder Arbeitgeber selbst entscheiden.