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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Kündigung von Ausbildungsverhältnissen

Ich habe seit einem Jahr einen Ausbildungsplatz. Letzte Woche meinte mein Chef, ich müsste mich mehr anstrengen, sonst wird er mich kündigen. Wäre eine Kündigung überhaupt möglich?

Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Das sagt zumindest ein altes Sprichwort. Tatsächlich haben es auch heutzutage viele Auszubildende nicht leicht: Sie bekommen häufig Aufgaben übertragen, die sonst niemand in der Firma erledigen will. Was den Kündigungsschutz betrifft, haben sie dagegen die Nase weit vorne. In Deutschland haben es ausbildende Arbeitgeber sehr schwer, ihre Schützlinge wieder loszuwerden. Auszubildende unterfallen nämlich einem besonderen Kündigungsschutz. Dieser richtet sich nach dem Berufsbildungsgesetz und nicht wie sonst bei Arbeitsverhältnissen üblich nach dem Kündigungsschutzgesetz. Laut Berufsbildungsgesetz darf ein Ausbildungsverhältnis nach Ablauf der Probezeit nur noch vom Auszubildenden (ordentlich) gekündigt werden. Die Kündigung durch den Ausbilder ist dagegen ausgeschlossen. Eine Regelung im Ausbildungsvertrag, wonach auch er ordentlich kündigen kann, wäre unwirksam. Auch wenn das wie eine Art Freibrief klingt: Wer glaubt, dass Auszubildende Narrenfreiheit haben, irrt. Selbst wenn die ordentliche Kündigung ausgeschlossen ist, der Ausbilder kann nach Ablauf der Probezeit immer noch bei Vorliegen eines wichtigen Grundes ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist fristlos kündigen. Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn dem Ausbilder unter Berücksichtigung aller Umstände und des Einzelfalls die Fortführung des Ausbildungsverhältnisses bis zum Ablauf der Ausbildungszeit nicht mehr zugemutet werden kann. Das lässt sich zwar nicht immer leicht feststellen. Vermeintliche Minderleistungen reichen dafür jedenfalls nicht aus. Ständiges Fehlen, permanentes Zuspätkommen, beleidigende Äußerungen oder sogar Diebstahl sollten Auszubildende dagegen (natürlich) auf jeden Fall vermeiden. Wer diesen Rat befolgt und stattdessen gute Arbeit leistet, ist dagegen auf der sicheren Seite.