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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Kündigung und Schriftform

Mein Chef hat mich vor vier Wochen gekündigt. Mir wurde die Kündigung per E-Mail geschickt. Da ich nur selten in mein Postfach gucke, habe ich erst jetzt davon erfahren. Kann ich mich noch gegen die Kündigung wehren?

Es geht schnell, es ist sicher und eine persönliche Konfrontation wird vermieden. Für Arbeitgeber ist es verlockend, einen Arbeitnehmer per E-Mail zu kündigen. Doch selbst wenn wir im Elektronikzeitalter leben, bei Kündigungen am Arbeitsplatz gilt immer noch die bewährte Regel: Was nicht in schriftlicher Form festgehalten wurde, zählt nicht. So will es jedenfalls das Gesetz. Möchte ein Arbeitgeber kündigen, muss er dem Arbeitnehmer das Kündigungsschreiben im Original und eigenhändig unterschrieben zukommen lassen. Ein eingescanntes Kündigungsschreiben per E-Mail, Fax oder eine mündliche Kündigung sind also nicht ausreichend, um die formalen Vorgaben zu erfüllen. Das gilt auch dann, wenn der Arbeitnehmer auf eine E-Mail eine Lesebestätigung sendet. Selbst die moderne E-Post mit einer qualifizierten elektronischen Signatur genügt den gesetzlichen Anforderungen nicht. Wie der Arbeitgeber die Kündigung übermittelt, ist hingegen seine Sache. Ob nun das Kündigungsschreiben per Post, durch einen Boten oder als Einschreiben zugestellt wird, entscheidet allein der Chef. Der sicherste Weg ist allerdings immer noch die persönliche Übergabe. Es kam nämlich schon vor, dass behauptet wurde, dass der Brief gar keine Kündigung enthielt. Die Beweislast dafür trägt der Arbeitgeber. Doch selbst wenn die Kündigung wegen eines Formmangels unwirksam ist, einfach untätig zurücklehnen kann sich der Arbeitnehmer nicht. Will er sich gegen die Kündigung wehren, muss er Klage beim Arbeitsgericht erheben. Ausnahmsweise geht das aber sogar noch nach Ablauf der ansonsten geltenden Drei-Wochen-Frist. Diese Frist gilt nämlich nur für schriftliche Kündigungen. Allzu viel Zeit lassen sollten sich betroffene Arbeitnehmer trotzdem nicht. Es gibt nämlich noch das Prinzip der Verwirkung. Das bedeutet, irgendwann ist es auch bei formunwirksamen Kündigung zu spät, Klage zu erheben. Wann genau das ist, wurde gerichtlich noch nicht entschieden.