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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Kündigung per Whatsapp

Ich muss demnächst einen Mitarbeiter kündigen. Mir ist das ziemlich unangenehm. Daher überlege ich, ihn per WhatsApp zu kündigen. Bei uns werden in der Weise oft Absprachen getätigt. Ist eine solche Kündigung wirksam? Was sagt das Gesetz?

Kündigen ist unangenehm. Das gilt nicht nur für den betroffenen Arbeitnehmer, sondern auch für denjenigen, der die Kündigung aussprechen muss. Auch dem Arbeitgeber fällt es meistens nicht leicht, den in der Regel schockierten Arbeitnehmern gegenüberzutreten. Daher liegt es nahe, eine direkte Konfrontation zu vermeiden und die Kündigung lieber per E-Mail oder Handy zu verschicken. Diese innovative Lösung entspricht zwar unserem elektronischen Digitalzeitalter, ist aber rechtlich gesehen unwirksam. Selbst wenn Facebook, WhatsApp & Co. mittlerweile zu unserem Alltag gehören, gelten in der Arbeitswelt für eine formwirksame Kündigung strenge Regeln. Nach dem Gesetz bedarf die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses zwingend der Schriftform. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber das Kündigungsschreiben eigenhändig unterschreiben muss. Dieses Original muss dem Arbeitnehmer zugehen. Eine Kopie – egal ob elektronisch oder als Papier – reicht nicht. Kündigungen per E-Mail, Fax oder SMS sind daher von vornherein unwirksam. Dieser unbedachte Fehler kann für den Arbeitgeber bittere Folgen haben. Erhebt der Arbeitnehmer gegen die Kündigung Klage beim Arbeitsgericht, kann das teuer werden. Sobald das Gericht die Unwirksamkeit der Kündigung festgestellt, hat der Arbeitnehmer nicht nur einen Anspruch darauf, wie bisher weitbeschäftigt zu werden. Er kann darüber hinaus das Gehalt nachträglich einfordern, das er aufgrund der unwirksamen Kündigung nicht erhalten hat. Insgesamt kann das eine beträchtliche Summe ergeben. Bevor sich Arbeitgeber wegen eines formalen Fehlers in ein finanzielles Risiko stürzen, sollten sie sich die Art und Weise ihrer Kündigung daher gut überlegen. Die praktische Erfahrung lehrt, dass ein unangenehmes Kündigungsgespräch in der Regel nicht lange dauert. Die Folgen eines verlorenen Kündigungsschutzprozesses halten dagegen länger an.