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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Krankschreibung am ersten Tag

Wenn ich krank bin, verlangt mein Arbeitgeber seit neuestem, dass ich sofort am ersten Fehltag ein ärztliches Attest einreiche. Warum, sagt er mir nicht. Darf er das oder muss er zumindest einen Grund dafür nennen?

Nach den gesetzlichen Vorgaben muss jeder Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber einen ärztlichen Attest - die sog. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - vorlegen, wenn er länger als drei Kalendertage krankheitsbedingt ausfällt. Mit der Vorlagepflicht einer Krankschreibung soll sichergestellt werden, dass tatsächlich eine Erkrankung vorliegt. Schließlich ist der Arbeitgeber im Krankheitsfall für sechs Wochen verpflichtet, seinen Arbeitnehmern trotz eines Arbeitsausfalls weiterhin Gehalt zu zahlen. Bis zum dritten Tag der Erkrankung ist eine Verpflichtung zur Beibringung eines Attests nicht gesetzlich vorgeschrieben. Jeder Arbeitnehmer kann also drei Tage lang faktisch sein eigener Arzt sein und selbst beurteilen, ob er arbeitsfähig ist. Bei einer negativen Diagnose kann er, unter Fortzahlung des Gehalts, zu Hause bleiben. Dem Arbeitgeber steht allerdings das Recht zu, die ärztliche Bescheinigung früher zu verlangen, z.B. bereits am ersten Tag. Nach einer neuen Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts muss der Arbeitgeber außerdem keine Gründe nennen, warum er die ärztliche Bescheinigung, abweichend von der gesetzlichen Regelung, früher vorgelegt haben möchte. Ein begründeter Verdacht, dass der Arbeitnehmer einen Krankheitsfall vortäuscht, ist ebensowenig erforderlich. Das gilt selbst dann, wenn der Arbeitgeber nur von einzelnen Mitarbeitern eine frühere Vorlage fordert und von anderen nicht. Damit soll Missbrauch bei Krankschreibungen vorgebeugt und ausgeschlossen werden.