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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Krankheit und Freitzeit

Meine Schwester ist häufiger krank, aber trotzdem unternimmt sie viel während ihrer Arbeitsunfähigkeit. Kann das nicht gefährlich für sie werden?

Dauern Erkrankungen länger an, kann dem einen oder anderen Arbeitnehmer durchaus schonmal „die Decke auf den Kopf fallen“. Sofern die Krankheit nicht ans Bett fesselt, ist prinzipiell auch nichts dagegen einzuwenden, das Haus oder die Wohnung zu verlassen. Schließlich müssen auch kranke Arbeitnehmer etwas zu Essen einkaufen, wenn sie alleine leben. Selbst Freizeitaktivitäten sind denkbar, z.B. ein Besuch des Biergartens oder ein Gang ins Kino. Sofern man sich die Hand gebrochen hat, ist dagegen nachvollziehbarer Weise nichts einzuwenden. Bei psychisch bedingten Krankschreibungen mag sogar der Besuch von Tanzveranstaltungen oder das Aufsuchen des Fitnessstudios der schnelleren Genesung dienen. Selbst Reisen an die Ostsee oder an den nächstgelegenen See können helfen, schneller wieder auf die Beine zu kommen. Allerdings ist hier Vorsicht geboten. Wenn die Kollegen im Büro arbeiten, es sich der kranke Kollege „gut gehen lässt“ und der Arbeitgeber Kenntnis davon erlangt, sind sie schnell geneigt, zu arbeitsrechtlichen Sanktionen zu greifen. Erstes Gebot ist in solchen Fällen, sich vom Arzt per Attest bestätigen zu lassen, dass Ausflügene, Reisen und dergleichen aus medizinischer Sicht nichts entgegensteht. Dann kann es losgehen. Ansonsten ist zu befürchten, dass der Arbeitgeber meint, dass die Erkrankung nur vorgetäuscht ist und er die Kündigung ausspricht. Jedoch erfordert nicht jedes Leiden, eine strikte Bettruhe. Alles ist gestattet, was den Heilungsprozess fördert. Von einem heilungswidrigen Verhalten kann keine Rede sein, wenn der Arzt nicht dagegen einzuwenden hat. Von Reisen in die USA oder nach Indien ist während einer Erkrankung dennoch eher abzuraten. Die damit verbundenen Belastungen stehen im Widerspruch zur Krankschreibung.