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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Krankheit und Entgeltfortzahlung

Ich war bis vor kurzem für vier Wochen krankgeschrieben. Jetzt habe ich gelesen, dass Arbeitnehmer für sechs Wochen im Jahr Entgeltfortzahlung erhalten. Darf ich in diesem Jahr nur noch zwei Wochen krank sein und bekomme danach kein Geld mehr?

Kranksein ist keine schöne Sache. Ob es sich um eine Grippe handelt, einen Virus oder sogar ein komplizierter Beinbruch vorliegt: Wer schnell wieder genesen will, sollte sich ausruhen und Stress vermeiden. Sorgen um die finanzielle Absicherung sind dabei kontraproduktiv und in der Regel auch unnötig. Erkrankt ein Arbeitnehmer arbeitsunfähig, ist der Arbeitgeber nämlich gesetzlich dazu verpflichtet, das Gehalt für mindestens sechs Wochen weiterzahlen, und zwar in voller Höhe. Ist der Arbeitnehmer länger als sechs Wochen krank, springt die Krankenkasse ein. In diesem Fall erhält der kranke Arbeitnehmer jedoch nur noch 70 Prozent seines Bruttogehaltes als Krankengeld. Anders sieht es aus, wenn er an einer neuen, anderen Krankheit leidet. Ist das der Fall, muss der Arbeitgeber von neuem Entgeltfortzahlung leisten und das wieder bis zu weiteren sechs Wochen in voller Höhe. Das gilt jedoch nur, wenn die Neuerkrankung in keinem Zusammenhang mit der vorherigen Krankheit steht. Handelt es sich um eine sog. Fortsetzungserkrankung, darf der Arbeitgeber die Krankheitstage ab der ersten Krankmeldung aufsummieren bis die sechs Wochen voll sind. Danach muss er nicht mehr zahlen. Es muss sich also um eine Neuerkrankung handeln. Wann eine Neuerkrankung im Einzelnen vorliegt, lässt sich nicht immer so leicht feststellen. Relativ eindeutig ist die Sachlage, wenn der Arbeitnehmer z.B. erst wegen eines Grippevirus ausfällt und sich anschließend das Bein bricht. Schwierig wird es hingegen, wenn der Arbeitnehmer noch an der ersten Erkrankung leidet und währenddessen eine weitere Krankheit hinzukommt. Die neue Erkrankung ist dann nämlich nicht die eigentliche Ursache der Arbeitsunfähigkeit, sondern vielmehr immer noch die Ersterkrankung. Der Arbeitgeber kann in dieser Konstellation daher die Entgeltfortzahlung verweigern.