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Kanzlei Dr. Krenz

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Berliner Morgenpost „Arbeit&Recht”

Dr. Heiko Peter Krenz,
Fachanwalt und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ist Inhaber der Kanzlei Dr. Krenz und beantwortet Fragen unserer Leser zum Arbeitsrecht

Kleiderordnung am Arbeitsplatz

Mein Chef hat letzte Woche eine Kleiderordnung erlassen. Sichtbarer Körperschmuck und ausgefallene Kleidung sind ab sofort tabu, ansonsten droht die Kündigung. Ich finde das ungerecht. Darf er das so einfach verbieten?

Was für den einen der neueste Trend ist, stellt sich für den anderen als einen Modealptraum dar. Kreativität ist zwar auch im Arbeitsleben sehr gefragt. Je nach Branche und Position sollte diese bei der Kleiderauswahl am Morgen aber nicht allzu sehr ausgelebt werden. Oftmals werden hierzu sogar konkrete Vorschriften vom Arbeitgeber erlassen, die das Tragen der Kleidung, Haare und Make-Up bis ins kleinste Detail beschreiben. Was hierbei zulässig ist und was nicht, wird in erster Linie durch die Anforderungen an den Arbeitsplatz selbst bestimmt. Wer häufig in Kontakt mit Kunden kommt, wird in der Regel verstärkt auf ein seriöses Auftreten achten müssen. Piercings, sichtbare Tattoos und schmuddelige Kleidung sind dann eher unangebracht. Grundsätzlich gilt, dass Kleidung und Aussehen für die Position geeignet sein müssen. Solange diese der Arbeitsleistung nicht im Wege stehen, darf der Arbeitgeber keinen Einfluss nehmen. Betrifft der ausgefallene Modegeschmack hingegen die Sicherheit des Arbeitnehmers oder die seiner Kollegen, hat er durchaus das Recht, klare Verbote auszusprechen und diese durchzusetzen. So sind z.B. Schutzhelme und Sicherheitsschuhe auf der Baustelle unerlässlich. Grundsätzlich kann ein Verstoß jedoch keine Kündigung rechtfertigen. In der Regel wird vorher eine Abmahnung erforderlich sein. Letztendlich sollte sich aber jeder Arbeitnehmer fragen, ob selbst das schönste Outfit wirklich diesen Aufwand rechtfertigt. Schließlich kommt es doch ohnehin auf die inneren Werte an.